Als ich mich vor nun etwas mehr als einem Monat ins Herz des Königreich Buganda begab, empfigen mich unzählige neue Eindrücke, Begegnungen und Neuerrungen, sodass einer der wichtigsten Teile einer jeden (fremden) Kultur für mich völlig untern Tisch fiel ... obwohl er eigendlich oft drauf stand. Das Essen.
So galt für mich ersteinmal der Grundsatz: Gegessen wird, was auf den Tischkommt und gelobt wird es auch, schließlich will man ja einen guten Eindruck machen. Nach und nach jedoch begann ich dann jedoch mich genauer mit der Ugandischen Küche auseinanderzusetzen und befinde mich nun in der Lage, hier ein wenig von den Geschmäckern und Besonderheiten hier in Ostafrika zu berichten:
Zuallererst sollte jedoch gesagt sein, dass alle meine Berichte ausschließlich die Küche des Bugandastammes, der in Kampala und zentral Uganda lebt, wiederspiegeln. Je nach Region kann die örtliche Küche teilweise extrem davon abweichen, denn während die Buganda hauptsächlich sesshafte Bauern waren und sind, und daher viele Feldfrüchte in ihren Mahlzeiten enthalten sind, ernähren sich die Nomaden der semiariden Regionen im nordwesten Ugandas hauptsächlich von tierischen Produkten. Nur ein Beispiel dafür, wie groß die Kulturellen Unterschiede innerhalb Ugandas sind.
Doch wie sieht eine typische Buganda Mahlzeit aus?
Das typische Essen der zentralugandischen Bantus ist heute eine bunte Mischung aus traditionellen und "neu" eingeführten Pflanzen. So gibt es oft, bei mir sogar jeden Mittag, Reis, der im Tropisch-feuchten Uganda gut gedeiht, sowie Bohnen die den traditionellen und günstigen Fleischersatz darstellen. Diese sind jedoch nicht grün, sondern sind eher den kidney-bohnen entsprechende Afrikanische Sorten. Das macht sie aber nicht weniger schmackhaft und so bleiben sie trotz ausgiebigen Konsums meinerseits ein ordentliches Hauptgericht. Jedenfalls solange sie wie auf meiner Arbeit üblich in einer Soße mit verschiedenem Gemüse gekocht und serviert werden.
Eine weitere beliebte Sättigungsbeilage ist die Süßkartoffel. Die ist zwar (oh Wunder) süßer als ihre, ebenfalls gelegentlich servierte, in Deutschland bekannte Verwandte, ansonsten jedoch von ähnlicher Konsestenz und Verwendung. Obwohl ich zu Beginn kaum genug von ihr bekommen konnte hat sich jetzt jedoch einigermaßen Ernüchterung breit gemacht und ich esse sie eher weniger. Anstelle der Süßkartoffel ist jetzt dafür ein typisches und traditionelles Gericht Ugandas getreten, die Matoke.
Matoke die Leibspeise ugandas ist eigentlich nichts weiter, als ein gekochtes Muß aus Kochbanen und mit seinem Kartoffelbreiartigen Aussehen auf den ersten Blick garnicht so besonders, beim Verzehr dann aber überraschend leicht und Schmackhaft wobei der Geschmack schwer zu beschreiben ist, denn „kartoffelartig“ würde der Matoke in keinster Weise gerecht werden und weder seinem wunderbaren Geschmack schmeicheln, noch in irgendeiner Weise die vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen ein und der selben Mahlzeit beschreiben. Die Ugander jedenfalls lieben Matoke (too much), und genießen sie fast täglich, obwohl sie weder (für die Ugander) besonders günstig, noch sättigend ist. Trotzdem hat es die Matoke Staude daher zu einem nationalen Symbol Ugandas geschafft und gehört (oft von Fahrädern oder klapprigen Lastern transportiert) zum alltäglichen Straßenbild.
Doch das war noch lange nicht alles was die Küche Ugandas zu bieten hat. Neben Poscho, gekochtem Maismehl, und dem ebenfalls geliebten Chiabatti, einer Art Pfannkuchen den hier an jeder Straßenecke gibt, gehören Rolex (rolled eggs, Chiabatti+Spiegelei und Gewürzen) zu den beliebtesten Speisen.
Diese Liste könnte man nun beliebig fortsetzen, jedoch stets bei ein und demselben Problem ins Stocken kommen, dem akuten Fleischmangel. Diesem Problem, dem nur ungefähr einmal pro Woche ein Happen Linderung verschafft, ist die vielleicht größte Herausforderung der Ugandischen Küche
Eine weitere Hürde bei der lokalen Nahrungsaufnahme, sind zweifelsohne die Bewohner der örtlichen Gewässer. Nein, nicht die Fischer und Fährleute, wohl aber der sich unter ihnen befindliche Fisch. Dieser ist nämlich aufgrund seiner diversen und nie entfernten Gräten, besonders in der beliebten, doch die Grätensuche erschwehrenden Erdnusssoße, eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Leib und Leben.
Trotzdem lässt sich abschließend sagen, dass sich das essen hier durchaus sehen lassen kann und trotz mancher Schwierigkeiten meistens ein Genuss ist. Nur gelegentlich vermisse ich dann doch ein ordentliches Grau- oder Schwarzbrot, denn mit Broten haben die Menschen es hier wirklich nicht.
Doch damit verabschiede ich mich ersteimal wieder.
Viele kulinarische Grüße,
euer und ihr
Carsten
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