Freitag, 27. Januar 2012

Aufregende Wochen

No hurry in Afrika,
dass ist einer der Lieblingssprüche eines Jeden Uganders, wenn man mal wieder im obligatorischen Stau Kampalas Steckt, Dicke Beamte nichts auf die Reihe bekommen, oder er sich mal wieder komplett verspätet hat.
Und doch ist dieser Spruch oft Meilen von der Realität hier entfernt, denn trotz alledem ist die Ugandische Hauptstadt ein wirklich schnellebiges Pflaster. Überall werden im Rekordtempo neue Häuser Hochgezogen, ein jeder versucht sich, möglichst schnell durch den Verkehr zu drängeln, und auch Termine Kommen oft schlag auf schlag.
Und dass obwohl sie manchmal schon ewigkeiten vorher feststehen.
Dann haben sie die Angewohnheit sich alle an einem Tag zu versammeln, und einem die Qual der Wahl zu geben, ober aber sich hintereinander zu versammeln, sodass die Freien Tage fehlanzeige und und die Routine völlig aus dem Takt geworfen wird.
Dass solche Zeiten trotzdem die schönsten sind, offenbart sich mir jedoch grade aucch:
Alles begann vorgestern, als nicht nur ehemalige Freiwillige zum Comboni Haus kamen, sondern gleichzeitig in der Anglikanischen Kirche Jugendgruppen Musik und Tanz performten, was die brechend volle Kirche innerhalb kurzer Zeit in eine Disko verwandelte. Wieder zurück in der Community (dem Comboni Haus) erhielt ich dann einen Anruf, dass wir eine Freiwillige zum Flughafen begleiten wollten. Gesagt getan und wenige Minuten später fand ich mich mit Father Deo und Larissa aus Kumi auf dem weg nach Entebbe wieder.
Als ich dann nach stunden der Fahrt, wieder zu Hause war, dachte ich, dass der nächste Tag eigentlich der entspannung gewitmet sein sollte...eigentlich,
denn natürlich hatte ich auch schon für diesen Tag Programm.
Alle Freiwilligen des Bistums waren nach Kampala gekommen da unsere Workpermits, also jede Visa die uns den Rest des Jahres im Lande halten sollen, fertig waren und nur noch bezahlt und abgeholt werden mussten.
Dachten wir jedenfalls.
Tatsächlich war am Morgen noch überhaupt nichts fertig, sodass wir auf den Nachmittag verwiesen wurden. So nutzten wir dann jedoch den Tag um uns über unsere unglaublich vielen Erfahrungen und Erlebnisse, die wie wir auf unseren Einsatzstellen gemacht hatten auszutauschen und kamen aus dem Reden garnicht mehr heraus, während wir uns wahlweise in einem Cafe, oder anderweitigem Schatten, der glühenden Hitze der Trockenzeit entzogen.
Um vier Uhr nachmittags jedoch erhielten wir Nachricht, von Father Deo, der uns half das Ganze zu organisieren, dass er nun die Formulare bekommen hatte, mit deren Hilfe wir das Geld an der Bank einzahlen konnten um danach unsere Arbeitserlaubnis im Immigration office abholen zu können. Wir hetztn also kreuz und quer durch kampala, da wir wussten dass das Office um punk fünf schließen würde.
Grade noch rechzeitig erreichten wir die füllige Beamtin, nur um zu erfahren, dass nun unsere Pässe für die nächsten sieben Tage dort behalten werden würden und wir ohne Workpermit wieder abziehen konnten. Nach all der Rennerei also wieder: No hurry in africa.
Doch damit sind die Tage mit vollen Terminkalendern noch lange nicht vorbei.
Heute stehen unter anderem eine Hochzeit, und ein erneutes Treffen mit den anderen Freiwilligen auf dem Programm, während nächste woche ein großes Fußballspiel gegen die Betriebsmannschaft des anderen Reach Out aus Luweero, sowie neue Treffen mit Verena Elisabeth und Larissa um unsere Pässe und damit unsere Work permits nun endlich abzuholen.
Dann jedoch kommen auch schon bald Manuela und Regina um unser Zwischenseminar in Jinja vorzubereiten und machen natürlich auch hier in Kampala Station.
So stehen wir zwar vielleicht anstrengende, aber auf keinen fall langweilige und sehr wahrscheinlich schöne Tage und Wochen bevor.
Aber ist es nicht das, was so ein Auslandsjahr mit ausmacht??
euer und ihr
Carsten

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