"Der schönste Platz ist immer an der Theke..."
Nunja ich glaube das will keiner bestreiten. Auch hier in Kampala nicht, wo
es so viele Pubs und Bars gibt die mit Tropischem Flair und mini Preisen, zum
abendlichen Beisammensein einladen.
Doch diese als ganzes wahrlich nicht besonders schöne Stadt hat auch seine
gute(n) Seite(n). Seiten die man als Tourist wahrscheinlich nie entdeckt, die
aber auch vielleicht gerade dadurch ihren charme haben, oder aber vielleicht
auch nur für mich besonders sind und die meisten Menschen keinesfalls hinter
dem Ofen hervorlocken könnten.
Und doch wäre Kampala für mich ohne sie nicht das was es ist.
Einer dieser ganz versteckten Perlen ist der Stadtteil Banda, wo sich auch
eine der Reach Out Filialen befindet.
Obwohl eigentlich recht weit abseits des Zentrums gelegen und nicht mit den
großen Clubs gesegnet, ist Banda das Pure leben. Das liegt unter anderem an der
Chambogo Universität, die eine der größten Ugandas ist und dafür sorgt dass
sich unglaublich viele Studenten in Banda auf engstem Raum ballen.
Und wo Studenten sind, ist...? Ja
richtig: Party, günstiges Essen und auf jeden Fall immer jede menge Leben.
Diese Mischung mach Banda zu einem meiner absoluten Kampala Highlights.
Schon das passieren auf dem Weg zur Arbeit gerät zuweilen zur Versuchung.
Denn an den Straßen werden die Besten Sachen hier nicht nur abends sondern, den
ganzen Tag angeboten: Chapati, Rolex, Fleischspieße, oder aber einfach Pommes.
Doch gerade abends ist Banda ebenfalls ein spannendes Pflaster: Wer hart
studiert muss auch feiern können. Und so ist es nicht verwunderlich, dass hier
regelmäßig Studentenpartys größeren Ausmaßes stattfinden.
Genau das Gegenteil ist ein andere meiner Lieblingsplätze, der Hoch über
den Dächern Kampalas liegt.
Versteckt zwischen der Hecktik
Kinawatakas, eines Slums am Muya Hill, und den Armeebaracken die sich um die Hügelkuppe
drängen, schlängelt sich ein Weg, den ich als Schleichweg zu meinem Arbeitsplatz
in Kinawataka entdeckt habe. Nicht, weil er besonders abkürzend, oder aber
bequem ist, denn es geht doch steil aufwärts, jedoch weil sich dieser Aufstieg
wirklich jedes Mal lohnt. Denn ist man
erst einmal an den Villen vorbei die sich am oberen Teil des Hügels drängen,
erreicht man eine Gegend, die noch vollkommen unbebaut ist. Vögel singen,
Insekten fliegen und machen Geräusche, während man vom sonst allgegenwärtigen Lärm
der Alten Toyotas, und Schrottreifen LKWs verschont bleibt, als würde dieser
Ort irgendwie in einer anderen Welt liegen.
Dass die Realität gar nicht so weit
weg ist, vergisst man trotzdem nicht, denn das Panorama ist nichts weniger als
atemberaubend. Und auch wenn es nur die Östlichen Vororte Kampalas sind. Allein
die zu winzigen Ameisenartigen geschrumpften Menschen, die die Straßen so
Zahlreich bevölkern und ihrem geschäftigen Treiben nachgehen, zu beobachten oder
aber die ruhe und den in dieser Höhe angenehm starken Wind zu genießen, entschädigt
den Aufstieg hundertfach.
Nur den Sonnenbrand, den ich mir das
letzte mal eingefangen habe, als ich zu lange dort oben stehen Blieb, kann als
kleiner wehrmutstropfen gelten. Obwohl doch jeder weiß: Nach rot kommt braun.
Euer und ihr
Carsten
Mittwoch, 14. März 2012
Montag, 27. Februar 2012
... was zwischendurch geschieht.
Hallihalo, oder ogamba chi, auf Luganda.
Luganda? Wer spricht das denn mag sich jetzt einer Fragen.
Doch wer is Kampala etwas auf sich hält, und das tun die meisten, spricht eben die Sprache der Bantustämmigen Muganda, die , man glaubt es kaum, schon vor der Kolonialisierung ein straff organisiertes Reich unterhielten.
So ist es auch wenig verwunderlich dass sich in weiten Teilen Ugandas inzwischen das Luganda zumindest als dritte Sprache erlernt wird was jedoch in den anderen Volksgruppen eher misstrauisch beäugt wird, da diese seit jeher eine schleichende bevormundung durch die Buganda fürchten.
Da jedoch trotzdem in Kampala und ganz zentraluganda kaum ein Weg am Luganda vorbeiführt, habe auch ich begonnen mich mit dieser exotischen Sprache auseinander zu setzen.
Und auch wenn mein Wordschatz nocht nicht beeindruckend ist, allein das bloße bemühen richtet eine menge aus:
Händler lassen spürbar Preise nach, wenn sie merken dass sie keinen Tourist vor sich haben
Menschen erinnern sich noch wochen später an den seltsamen Muzungu der aber garnicht wie einer redet,
und nicht zu vergessen die unzähligen Lacher die durch ungewollte versprecher ausgelößt werden, wenn man zum Beispiel bei dem schönen Wörtchen "amazi" das eigentlich nur wasser bedeutet die letzte Silbe betont und stattdessen nach fäkalien verlangt...
Doch Luganda ist nicht das einzige neue Hobby das ich mir in der zwischenzeit zugelegt habe.
Da ich aus verschiedenen Gründen im Moment kein Taekwondo mehr machen kann, musste dringend ein Ersatz her. Und da gibt es nur einen: Fußball !
Und so kommts dass ich jetzt im Reach Out Team spiele. Das klingt nicht nur schräg, sondern ist auch wenig mehr als eine Truppe Fußballbegeisterter Büroarbeiter und Ärzte. Aber das reicht in der Regel aus um den mehr oder weniger bespielbaren Platz in ein Fußballeldorado zu verwandeln. Denn mehr begeisterung für Fußball habe ich noch selten gesehn. Selbst eigentlich eher träge Communityworker verwandeln sich da in goalgetter und Flankengötter.
Doch ende März wird es schon ernst. Dann stehen die ersten spiele der cooperate leage an, wo wir gegen andere Firmen, die Uganda Breweries ( können die grade laufen?) oder Barkleys Bank spielen werden.
doch bis dahin steht noch eine Menge üben auf dem Plan.
euer und ihr
Carsten
Luganda? Wer spricht das denn mag sich jetzt einer Fragen.
Doch wer is Kampala etwas auf sich hält, und das tun die meisten, spricht eben die Sprache der Bantustämmigen Muganda, die , man glaubt es kaum, schon vor der Kolonialisierung ein straff organisiertes Reich unterhielten.
So ist es auch wenig verwunderlich dass sich in weiten Teilen Ugandas inzwischen das Luganda zumindest als dritte Sprache erlernt wird was jedoch in den anderen Volksgruppen eher misstrauisch beäugt wird, da diese seit jeher eine schleichende bevormundung durch die Buganda fürchten.
Da jedoch trotzdem in Kampala und ganz zentraluganda kaum ein Weg am Luganda vorbeiführt, habe auch ich begonnen mich mit dieser exotischen Sprache auseinander zu setzen.
Und auch wenn mein Wordschatz nocht nicht beeindruckend ist, allein das bloße bemühen richtet eine menge aus:
Händler lassen spürbar Preise nach, wenn sie merken dass sie keinen Tourist vor sich haben
Menschen erinnern sich noch wochen später an den seltsamen Muzungu der aber garnicht wie einer redet,
und nicht zu vergessen die unzähligen Lacher die durch ungewollte versprecher ausgelößt werden, wenn man zum Beispiel bei dem schönen Wörtchen "amazi" das eigentlich nur wasser bedeutet die letzte Silbe betont und stattdessen nach fäkalien verlangt...
Doch Luganda ist nicht das einzige neue Hobby das ich mir in der zwischenzeit zugelegt habe.
Da ich aus verschiedenen Gründen im Moment kein Taekwondo mehr machen kann, musste dringend ein Ersatz her. Und da gibt es nur einen: Fußball !
Und so kommts dass ich jetzt im Reach Out Team spiele. Das klingt nicht nur schräg, sondern ist auch wenig mehr als eine Truppe Fußballbegeisterter Büroarbeiter und Ärzte. Aber das reicht in der Regel aus um den mehr oder weniger bespielbaren Platz in ein Fußballeldorado zu verwandeln. Denn mehr begeisterung für Fußball habe ich noch selten gesehn. Selbst eigentlich eher träge Communityworker verwandeln sich da in goalgetter und Flankengötter.
Doch ende März wird es schon ernst. Dann stehen die ersten spiele der cooperate leage an, wo wir gegen andere Firmen, die Uganda Breweries ( können die grade laufen?) oder Barkleys Bank spielen werden.
doch bis dahin steht noch eine Menge üben auf dem Plan.
euer und ihr
Carsten
Samstag, 18. Februar 2012
Zwischenseminar, Halbzeit im großen Spiel.
Zu ersteinmal muss ich mich entschuldigen. Die letzten Wochen waren wirklich nicht von meiner großen Kommunikations- und Blogaktivität geprägt, was aber mehere Gründe hatte.
Aber von Anfang an:
Alles begann Mittwoch vor zwei wochen, als ich einen Anruf von Father Deo erhielt, der der Koordinator für alle Freiwilligen in Uganda ist, der mit mitteilte, dass Manuela und Regina an diesem Abend in Entebbe landen würden. Ich hatte natürlich die Ankunft unserer Beiden Teamer aus Osnabrück frühestens für donnerstag morgen erwartet und war dementsprechend überrascht. Trotzdem schafften wir es dann zusammen uns am Abend durch den Stau Kampalas zu arbeiten und die beiden rechtzeitig vom Flughafen abzuholen.
Die nächsten beiden Tage verbrachten Mauela und Regina dann bei mir im Comboni Haus um meine Stelle und Kampala kennen zu lernen.
Dass die dafür eingeplante Zeit zu wenig war sollte sich schon am Donnerstag zeigen. In einem Tag wollten wir Kampala erkunden und so stellte ich einen straffen Marschplan durch die Innenstadt auf, der jedoch nicht berücksichtigte, dass die beiden, gerade einer Tiefkühltruhe nahmens Deutschland entstiegen waren und durch den gewaltmarsch über Parlament die Taxiparks und den großen Owino markt an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht worden waren.
Dementsprechend ruhiger ließen wir den nächsten Tag angehen, an dem nur noch ein Besuch im Reach Out auf dem Programm stand, bevor die beiden mich am Abend in Richtung Luwero verließen.
Doch auch das brauchte mir keine Atempause. Denn nur wenige Stunden nachdem Regina und Manuela mich verlassen hatten sollten Elisabeth und Larissa mich aus Masindi besuchen kommen und bis zum Sonntag bleiben, an dem wir alle gemeinsam nach Jinja fahren sollten, wo unser Zwischenseminar stattfinden sollte.
Von den daraffolgenden Tagen sollte nur erwäht werden, dass diese mit genügendem Genuss begangen wurden, wie ihn sich junge Menschen leisten die nach langer Zeit wieder zusammentreffen.
Da dies jedoch stark zu lasten unserer Schlafkontingente ging, traten Eli , Larissa, die inzwischen dazugestoßene Verena und ich unsere Reise in der nur zweil Sammeltaxistunden entfernte Jinja an.
Dort wurde uns im Haupsitz von Ugandischen Franziskanerinnen, die dort ein großes Gästehaus unterhielten eine von Manuela und Regina, sowie von Father Deo ein herzlicher Empfang bereitet und es Begann unser Zwischenseminar, dass eine ganze Woche dauern sollte.
Und es wurde super!
Nicht nur, dass uns die Schwestern mit fünf, ich wiederhole 5 (in Worten fünf), Mahlzeiten pro tag versorgen, nein auch Warme duschen und ausreichend Colas und Biere für den Abend rundeten das Leibliche wohl ab. Dazu waren die Tage gefüllt mit einem spannenden Erlebnisaustausch und Erzählungen aus den vergangenen Monaten, währed die Abende vom gemeinsamen Beisammeneinund Kartenspielen geprägt wurden, sodass sich das Seminar zu einem tollen Erlebnis entwickeln sollte.
Elisabeth hatte am Donnerstag Geburtstag, was natürlich schon Mittwoch Nacht angemessen gefeiert werden musste. So gab es am Abend Kuche jede Menge gute Laune.
Seinen Höhepunkt sollte es jedoch am Donnerstag erreichen. Denn für diesen Tag stand unser Ausflug auf dem Programm. Und der hatte es in sich. Zuerst ging es ein stück Nilabwärts, dorthin wo sich bis vor kurzem die Bujagali Fälle befunden hatten. Diese waren jedoch nur wenige Tage bevor wir Jinja erreichten im Rahmen einen Staudammprojekts geflutet worden, sodass sich uns ein eher langweiliger Nil bot. Doch zum Glück hatten wir etwas anderes geplant als nur die Fälle zu besuchen, wir wollten Reiten.
Was sollte man von einem nahezu vollständig von Frauen geprägten Zwischenseminar auch anderes erwarten.
Doch anders als zuerst befürchtet stelle sich der Reitausflug als durchaus gut und spannend heraus. Sogar ich als blutiger Anfänger schaffte es, die allerdings auch sehr braven Pferde zu meistern und sogar zu galloppieren während es durch malerische Dörfer im Hinterland des Nils ging. Trotzdem der Endruck an diesem Tag vollständig Tourist zu sein, ließ uns nicht wirklich los.
Wahrscheinlich lag es daran, dass wir an diesem Tag wirkliche touristen waren. Und so verhielten wir uns auch weiterhin. Zurück am Ausgangspunkt unserer Reittour verzehrten wir ganz touristenmäßig ein mehr als üppiges Lunchpaket der Schwestern, bevor wir uns, nach genügendem Mittagsschläfchen zur nächsten Touristenattraktion Jinjas begaben, der "Nilquelle".
Die hatte ich zwar schon gesehen, jedoch nur von der linken Flußseite aus. Diesmal besuchten wir die auf Klippen gelegene rechte, die sich als um einige imposanter herausstellte. Nicht nur der Blick war von hieraus atemberaubend, sondern auch die Bootstour auf der Quelle, bei der wir dieses mal unzählige von exotischen Vögeln sahen. (bilder Folgen)
Zurück im Gästehaus fielen wir dann nach zwei anstrengenden Tagen nur noch müde ins Bett, zumal am Freitag unser Partner aus den Organisationen kommen würden.
Mit diesen verbrachten wir dann die letzten beiden Tage unseres Zwischenseminars, bevor es am Samstag Abend wieder zurück ging.
Auf dem Rückweg habe ich dann natürlich meinen Schlüsse in Jinja vergessen, weswegen Verena, die noch zwei Tage bei mir bleiben wollte, und ich auf halbem Weg umkehren und in die entgegengesetzte Richtung fahren durften. Doch wie zum trost schafften wir es dadurch in Jinja die allerbesten Sonnenuntergangsphotos zu machen. Und trotzdem nicht allzuspät wieder in Kampala zu sein.
Dass die nächsten Tage mit ausgiebigem Entspannen verbracht wurden erklärt sich sach diesen Wochen wohl von alleine.
Und trotzdem war ich schon am Mittwoch wieder fir genug um dem Reach Out Fußballteam beizutreten. Aber das ist eine andere Geschichte.
liebe Grüße aus Kampala,
euer und ihr Carsten
Aber von Anfang an:
Alles begann Mittwoch vor zwei wochen, als ich einen Anruf von Father Deo erhielt, der der Koordinator für alle Freiwilligen in Uganda ist, der mit mitteilte, dass Manuela und Regina an diesem Abend in Entebbe landen würden. Ich hatte natürlich die Ankunft unserer Beiden Teamer aus Osnabrück frühestens für donnerstag morgen erwartet und war dementsprechend überrascht. Trotzdem schafften wir es dann zusammen uns am Abend durch den Stau Kampalas zu arbeiten und die beiden rechtzeitig vom Flughafen abzuholen.
Die nächsten beiden Tage verbrachten Mauela und Regina dann bei mir im Comboni Haus um meine Stelle und Kampala kennen zu lernen.
Dass die dafür eingeplante Zeit zu wenig war sollte sich schon am Donnerstag zeigen. In einem Tag wollten wir Kampala erkunden und so stellte ich einen straffen Marschplan durch die Innenstadt auf, der jedoch nicht berücksichtigte, dass die beiden, gerade einer Tiefkühltruhe nahmens Deutschland entstiegen waren und durch den gewaltmarsch über Parlament die Taxiparks und den großen Owino markt an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht worden waren.
Dementsprechend ruhiger ließen wir den nächsten Tag angehen, an dem nur noch ein Besuch im Reach Out auf dem Programm stand, bevor die beiden mich am Abend in Richtung Luwero verließen.
Doch auch das brauchte mir keine Atempause. Denn nur wenige Stunden nachdem Regina und Manuela mich verlassen hatten sollten Elisabeth und Larissa mich aus Masindi besuchen kommen und bis zum Sonntag bleiben, an dem wir alle gemeinsam nach Jinja fahren sollten, wo unser Zwischenseminar stattfinden sollte.
Von den daraffolgenden Tagen sollte nur erwäht werden, dass diese mit genügendem Genuss begangen wurden, wie ihn sich junge Menschen leisten die nach langer Zeit wieder zusammentreffen.
Da dies jedoch stark zu lasten unserer Schlafkontingente ging, traten Eli , Larissa, die inzwischen dazugestoßene Verena und ich unsere Reise in der nur zweil Sammeltaxistunden entfernte Jinja an.
Dort wurde uns im Haupsitz von Ugandischen Franziskanerinnen, die dort ein großes Gästehaus unterhielten eine von Manuela und Regina, sowie von Father Deo ein herzlicher Empfang bereitet und es Begann unser Zwischenseminar, dass eine ganze Woche dauern sollte.
Und es wurde super!
Nicht nur, dass uns die Schwestern mit fünf, ich wiederhole 5 (in Worten fünf), Mahlzeiten pro tag versorgen, nein auch Warme duschen und ausreichend Colas und Biere für den Abend rundeten das Leibliche wohl ab. Dazu waren die Tage gefüllt mit einem spannenden Erlebnisaustausch und Erzählungen aus den vergangenen Monaten, währed die Abende vom gemeinsamen Beisammeneinund Kartenspielen geprägt wurden, sodass sich das Seminar zu einem tollen Erlebnis entwickeln sollte.
Elisabeth hatte am Donnerstag Geburtstag, was natürlich schon Mittwoch Nacht angemessen gefeiert werden musste. So gab es am Abend Kuche jede Menge gute Laune.
Seinen Höhepunkt sollte es jedoch am Donnerstag erreichen. Denn für diesen Tag stand unser Ausflug auf dem Programm. Und der hatte es in sich. Zuerst ging es ein stück Nilabwärts, dorthin wo sich bis vor kurzem die Bujagali Fälle befunden hatten. Diese waren jedoch nur wenige Tage bevor wir Jinja erreichten im Rahmen einen Staudammprojekts geflutet worden, sodass sich uns ein eher langweiliger Nil bot. Doch zum Glück hatten wir etwas anderes geplant als nur die Fälle zu besuchen, wir wollten Reiten.
Was sollte man von einem nahezu vollständig von Frauen geprägten Zwischenseminar auch anderes erwarten.
Doch anders als zuerst befürchtet stelle sich der Reitausflug als durchaus gut und spannend heraus. Sogar ich als blutiger Anfänger schaffte es, die allerdings auch sehr braven Pferde zu meistern und sogar zu galloppieren während es durch malerische Dörfer im Hinterland des Nils ging. Trotzdem der Endruck an diesem Tag vollständig Tourist zu sein, ließ uns nicht wirklich los.
Wahrscheinlich lag es daran, dass wir an diesem Tag wirkliche touristen waren. Und so verhielten wir uns auch weiterhin. Zurück am Ausgangspunkt unserer Reittour verzehrten wir ganz touristenmäßig ein mehr als üppiges Lunchpaket der Schwestern, bevor wir uns, nach genügendem Mittagsschläfchen zur nächsten Touristenattraktion Jinjas begaben, der "Nilquelle".
Die hatte ich zwar schon gesehen, jedoch nur von der linken Flußseite aus. Diesmal besuchten wir die auf Klippen gelegene rechte, die sich als um einige imposanter herausstellte. Nicht nur der Blick war von hieraus atemberaubend, sondern auch die Bootstour auf der Quelle, bei der wir dieses mal unzählige von exotischen Vögeln sahen. (bilder Folgen)
Zurück im Gästehaus fielen wir dann nach zwei anstrengenden Tagen nur noch müde ins Bett, zumal am Freitag unser Partner aus den Organisationen kommen würden.
Mit diesen verbrachten wir dann die letzten beiden Tage unseres Zwischenseminars, bevor es am Samstag Abend wieder zurück ging.
Auf dem Rückweg habe ich dann natürlich meinen Schlüsse in Jinja vergessen, weswegen Verena, die noch zwei Tage bei mir bleiben wollte, und ich auf halbem Weg umkehren und in die entgegengesetzte Richtung fahren durften. Doch wie zum trost schafften wir es dadurch in Jinja die allerbesten Sonnenuntergangsphotos zu machen. Und trotzdem nicht allzuspät wieder in Kampala zu sein.
Dass die nächsten Tage mit ausgiebigem Entspannen verbracht wurden erklärt sich sach diesen Wochen wohl von alleine.
Und trotzdem war ich schon am Mittwoch wieder fir genug um dem Reach Out Fußballteam beizutreten. Aber das ist eine andere Geschichte.
liebe Grüße aus Kampala,
euer und ihr Carsten
Samstag, 28. Januar 2012
Bilder Update
Freitag, 27. Januar 2012
Aufregende Wochen
No hurry in Afrika,
dass ist einer der Lieblingssprüche eines Jeden Uganders, wenn man mal wieder im obligatorischen Stau Kampalas Steckt, Dicke Beamte nichts auf die Reihe bekommen, oder er sich mal wieder komplett verspätet hat.
Und doch ist dieser Spruch oft Meilen von der Realität hier entfernt, denn trotz alledem ist die Ugandische Hauptstadt ein wirklich schnellebiges Pflaster. Überall werden im Rekordtempo neue Häuser Hochgezogen, ein jeder versucht sich, möglichst schnell durch den Verkehr zu drängeln, und auch Termine Kommen oft schlag auf schlag.
Und dass obwohl sie manchmal schon ewigkeiten vorher feststehen.
Dann haben sie die Angewohnheit sich alle an einem Tag zu versammeln, und einem die Qual der Wahl zu geben, ober aber sich hintereinander zu versammeln, sodass die Freien Tage fehlanzeige und und die Routine völlig aus dem Takt geworfen wird.
Dass solche Zeiten trotzdem die schönsten sind, offenbart sich mir jedoch grade aucch:
Alles begann vorgestern, als nicht nur ehemalige Freiwillige zum Comboni Haus kamen, sondern gleichzeitig in der Anglikanischen Kirche Jugendgruppen Musik und Tanz performten, was die brechend volle Kirche innerhalb kurzer Zeit in eine Disko verwandelte. Wieder zurück in der Community (dem Comboni Haus) erhielt ich dann einen Anruf, dass wir eine Freiwillige zum Flughafen begleiten wollten. Gesagt getan und wenige Minuten später fand ich mich mit Father Deo und Larissa aus Kumi auf dem weg nach Entebbe wieder.
Als ich dann nach stunden der Fahrt, wieder zu Hause war, dachte ich, dass der nächste Tag eigentlich der entspannung gewitmet sein sollte...eigentlich,
denn natürlich hatte ich auch schon für diesen Tag Programm.
Alle Freiwilligen des Bistums waren nach Kampala gekommen da unsere Workpermits, also jede Visa die uns den Rest des Jahres im Lande halten sollen, fertig waren und nur noch bezahlt und abgeholt werden mussten.
Dachten wir jedenfalls.
Tatsächlich war am Morgen noch überhaupt nichts fertig, sodass wir auf den Nachmittag verwiesen wurden. So nutzten wir dann jedoch den Tag um uns über unsere unglaublich vielen Erfahrungen und Erlebnisse, die wie wir auf unseren Einsatzstellen gemacht hatten auszutauschen und kamen aus dem Reden garnicht mehr heraus, während wir uns wahlweise in einem Cafe, oder anderweitigem Schatten, der glühenden Hitze der Trockenzeit entzogen.
Um vier Uhr nachmittags jedoch erhielten wir Nachricht, von Father Deo, der uns half das Ganze zu organisieren, dass er nun die Formulare bekommen hatte, mit deren Hilfe wir das Geld an der Bank einzahlen konnten um danach unsere Arbeitserlaubnis im Immigration office abholen zu können. Wir hetztn also kreuz und quer durch kampala, da wir wussten dass das Office um punk fünf schließen würde.
Grade noch rechzeitig erreichten wir die füllige Beamtin, nur um zu erfahren, dass nun unsere Pässe für die nächsten sieben Tage dort behalten werden würden und wir ohne Workpermit wieder abziehen konnten. Nach all der Rennerei also wieder: No hurry in africa.
Doch damit sind die Tage mit vollen Terminkalendern noch lange nicht vorbei.
Heute stehen unter anderem eine Hochzeit, und ein erneutes Treffen mit den anderen Freiwilligen auf dem Programm, während nächste woche ein großes Fußballspiel gegen die Betriebsmannschaft des anderen Reach Out aus Luweero, sowie neue Treffen mit Verena Elisabeth und Larissa um unsere Pässe und damit unsere Work permits nun endlich abzuholen.
Dann jedoch kommen auch schon bald Manuela und Regina um unser Zwischenseminar in Jinja vorzubereiten und machen natürlich auch hier in Kampala Station.
So stehen wir zwar vielleicht anstrengende, aber auf keinen fall langweilige und sehr wahrscheinlich schöne Tage und Wochen bevor.
Aber ist es nicht das, was so ein Auslandsjahr mit ausmacht??
euer und ihr
Carsten
Freitag, 20. Januar 2012
2012?!
Das neue Jahr ist, auch wenn es viele nocht nicht wirklich akzeptieren wollen, wirklich und wahrhaftig angebrochen und hat ein Jahr abgelößt, dass im Abistress des beschaulichen Husums begonnen, und im Verkehrschaos Kampalas seinen Abschluss gefunden hat.
Und auch wenn von diesem neuen jahr, lediglich der Anfang feststeht, so sind die aussichten doch keineswegs trübe.
Denn auch für 2012 sind wieder unzählige wichtige, spannende und auch fordernde Dinge geplant die mich sicherlich beschäftigt halten werde: Meine Familie wird mich hier in Uganda besuchen, die zweite Hälfte meines FSJs gilt es zu meistern, eine Universität und noch schlimmer ein Fach zum Studieren muss gefunden werden, eine dazu passende Unterkunft...
Genug sorgen dürfte man meinen, doch ersteinmal ist nach den aufregenden Touren nach Ruanda und Nord-Uganda erstmal wieder Ruhe in Mbuya eingekehrt.
Die Arbeit hat mich im Griff, zumal ich dank größer werdender Erfahrung nun auch öfters alleine losgeschickt werde um bis zu 60 Leute direkt in den Vierteln zu Testen.
Wenn die Tage einmal nicht so stressig sind, dann nutze ich die Zeit zum entspannen.
Da wird mit Freunden gekocht, DVDs gekukt, oder gelesen (man glaubt es nicht, wie viele Klassiker im Ibook store umsonst sind), oder es geht hinaus in der für die Größe dieser Stadt doch recht beschaulich-familiäre Nachtleben.
Doch schon für den nächsten Monat steht wieder programm auf dem Plan: So, wie sich auch unser Jahr in Uganda seiner Halbzeit nähert, steht auch Anfang nächsten Monats unser Zwischenseminar an, das in Jinja (wer erinnert sich?) stattfindet, jedoch mit dem geplanten Nilrafting, nur teilweise entschädigt, dass sich vorangegangene Freiwilligengenerationen noch an Tansanias Stränden den Vortägen und Fragen der Teamleiter aus Deutschland stellen durften.
Doch bis es so weit ist, wird dieser erste Monat 2012 ersteinmal zuende gebracht.
Und trotzdem lässt es sich erahnen, dieses Jahr macht so weiter wie mich das alte verlassen hat, verrückt, schnell, und einfach wahnsinnig gut !
liebe späte Neujahresgrüße,
euer und ihr
Carsten
Und auch wenn von diesem neuen jahr, lediglich der Anfang feststeht, so sind die aussichten doch keineswegs trübe.
Denn auch für 2012 sind wieder unzählige wichtige, spannende und auch fordernde Dinge geplant die mich sicherlich beschäftigt halten werde: Meine Familie wird mich hier in Uganda besuchen, die zweite Hälfte meines FSJs gilt es zu meistern, eine Universität und noch schlimmer ein Fach zum Studieren muss gefunden werden, eine dazu passende Unterkunft...
Genug sorgen dürfte man meinen, doch ersteinmal ist nach den aufregenden Touren nach Ruanda und Nord-Uganda erstmal wieder Ruhe in Mbuya eingekehrt.
Die Arbeit hat mich im Griff, zumal ich dank größer werdender Erfahrung nun auch öfters alleine losgeschickt werde um bis zu 60 Leute direkt in den Vierteln zu Testen.
Wenn die Tage einmal nicht so stressig sind, dann nutze ich die Zeit zum entspannen.
Da wird mit Freunden gekocht, DVDs gekukt, oder gelesen (man glaubt es nicht, wie viele Klassiker im Ibook store umsonst sind), oder es geht hinaus in der für die Größe dieser Stadt doch recht beschaulich-familiäre Nachtleben.
Doch schon für den nächsten Monat steht wieder programm auf dem Plan: So, wie sich auch unser Jahr in Uganda seiner Halbzeit nähert, steht auch Anfang nächsten Monats unser Zwischenseminar an, das in Jinja (wer erinnert sich?) stattfindet, jedoch mit dem geplanten Nilrafting, nur teilweise entschädigt, dass sich vorangegangene Freiwilligengenerationen noch an Tansanias Stränden den Vortägen und Fragen der Teamleiter aus Deutschland stellen durften.
Doch bis es so weit ist, wird dieser erste Monat 2012 ersteinmal zuende gebracht.
Und trotzdem lässt es sich erahnen, dieses Jahr macht so weiter wie mich das alte verlassen hat, verrückt, schnell, und einfach wahnsinnig gut !
liebe späte Neujahresgrüße,
euer und ihr
Carsten
Mittwoch, 4. Januar 2012
The Village- Das Dorf
Ein Dorf,
fernab jeglicher Zivilisation in dem die Menschen wie im 17. Jahrhundert leben
umgeben von Wildnis in der ein unbekanntes Grauen herrscht.
Wer kennt
nicht, den Horrorklassiker The Village, der im Deutschen mit das Dorf
Untertitelt wird und der ebenso vielversprechend anfängt wie er am Ende
enttäuscht.
Und wer
hätte gedacht dass dieses Dorf Wirklichkeit ist. Hier in Uganda! Einsam,
abgelegen mit einem Leben wie vor hunderten von Jahren.
Aber ich
sollte von vorn beginnen:
Kurz nach
meiner Rückkehr aus Kigali (Ruanda) ging es für mich erneut auf große Fahrt,
denn Otto der Leiter des Comboni-Haus, in dem ich ja bekanntlich wohne, hatte
mich für die Zeit von Weihnachten bis Neujahr in sein Heimatdorf im Norden
Ugandas eingeladen.
So bestieg
ich also, mal wieder, einen dieser famosen Ugandischen Reisebusse, die sich vor
allem durch ihre fünf Sitze pro Sitzreihe und eine Beinfreiheit auszeichnen,
gegen die Ryanair wie der reiste Luxus erscheint, um eine circa vierzehn (!) Stündige
Fahrt in Richtung Agago District anzutreten.
Doch dabei
soll auch nicht vergessen werden dass diese Gefährte reiferen Alters, die meist
dem Hause Isuzu oder Tata entstammen, auch ihre Vorzüge haben, wie ich in den
letzten Wochen erfahren durfte: Zum einen lassen sich nämlich die Fester
öffnen, was nicht nur die fehlende Klimaanlage ausgleicht, sondern einen
ebenfalls in die glückliche Lage versetzt, in Kurzen Stopps am Wegesrand kühle
Getränke, gebratene Bananen, Fleischspieße, Heuschrecken, Erdnüsse und so viel
mehr von Händlern zu erwerben, die sich auf den Verkauf an Busreisende
Spezialisiert haben und deren Leckereien auch über manch anderen Nachteil der
Reise hinwegtrösten. Zum anderen scheint es nämlich als sei der Bus das mit
Abstand schnellste Vehikel auf Ugandas Straßen und während in Deutschland Busse
eher als Verkehrshindernis Taugen setzen Ugandische Busfahrer mit Vorliebe zu
Waghalsigen Überholmanövern gegen PKW oder Motorräder an, wobei die
Straßenverhältnisse nicht von entscheidender Bedeutung sind.
Dennoch
bleibt ein Bus immer ein Bus und auch vierzehn stündige Busreisen, werden immer
eine Tortur bleiben.
Dennoch
erreichten wir schließlich ein kleines Dörfchen bestehend aus wenigen kleinen
Hütten. Jedoch nicht in der Nähe der nordugandischen Großstadt Gulu, wie ich
erwartet hatte, sondern weit abgelegen fernab jeglicher Zivilisation in den
Tiefen eines kleinen Distrikts mit dem wohlklingenden Namen Agago.
Die Realität
dort stellte sich jedoch bald als weit weniger wohlklingend heraus.
Denn obwohl
das Dorf sich als Hort der unterschiedlichsten Ugandischen Spezialitäten
herausstellte , bei denen die Nennung des Namens zu eher wenig Aufklärung
führen würde, hatte es einige größere Nachteile, die man auch gut und gerne als
das Grauen des Dorfes beschreiben kann.
So bestand
ein gravierender Nachteil des Dorflebens in den Traditionen Afrikas. Während
die Frauen während der Weihnachtszeit den ganzen Tag über damit beschäftigt
waren Essen zu zubereiten und zu servieren. Da zur gleichen Zeit die Feldarbeit,
die Aufgabe der Männer entfiel verlegte sich ein Großteil der männlichen
Dorfgemeinschaft auf den Konsum örtlicher alkoholhaltiger Getränke (local
brews) und war, als sie zu mir kamen, denn natürlich mussten alle des gefühlt
ersten Weißen seit Livingston begrüßen, in einem Zustand der eine gepflegte
Kommunikation leicht erschwerte.
So kam es unter anderem zu der Situation, dass
ein Entfernter Verwandter Ottos, mir seinen ebenfalls angeheiterten Onkel
vorstellte. Jedoch schien er den Eindruck zu haben ich hätte ihn nicht richtig
verstanden, denn kurz darauf stellte er mir seinen Onkel erneut vor. Und
schließlich gut fünf Minuten später erneut.
Dies sollte
sich nun gut zwanzigmal wiederholen, bevor ich mich schließlich anderen
Gesprächspartnern zuwandte.
Doch man
muss den Männern des Dorfes verzeihen, denn außer sich zu betrinken gab es in
Geregere nicht wirklich etwas zu tun. Ganze Tage verbrachte ich mit Essen und
herumsitzen, während sich die Menschen um mich herum in Luo unterhielten und
selbst das Handynetzwerk, was für Uganda ungewöhnlich ist, vor dieser
Abgelegenheit kapituliert hatte und ein dickes rotes X anzeigte.
So hielt ich es ganze vier Tage aus, bevor ich mich entschloss die Flucht zu ergreifen und
eine Woche früher als geplant wieder in die verhältnismäßige Zivilisation
zurückzukehren.
Da nahm ich
auch die zwölf Stunden Busfahrt gerne in Kauf, die mich schließlich zurück nach
Kampala Brachten.
Fazit:
Ugandische Dörfer sind wunderschön, mit einem beeindruckenden Sternenhimmel und
toller Savannenumgebung. Als Wohn- und Aufenthaltsort taugen sie jedoch nur,
wenn man entweder Farmer ist, oder eben diesem Dorf entstammt und einen
praktisch jeder dort mit Onkel begrüßt.
Ansonsten
werden sie schnell zum Hort der Trunksucht und oder Lageweile.
Euer und ihr
Carsten
fernab jeglicher Zivilisation in dem die Menschen wie im 17. Jahrhundert leben
umgeben von Wildnis in der ein unbekanntes Grauen herrscht.
Wer kennt
nicht, den Horrorklassiker The Village, der im Deutschen mit das Dorf
Untertitelt wird und der ebenso vielversprechend anfängt wie er am Ende
enttäuscht.
Und wer
hätte gedacht dass dieses Dorf Wirklichkeit ist. Hier in Uganda! Einsam,
abgelegen mit einem Leben wie vor hunderten von Jahren.
Aber ich
sollte von vorn beginnen:
Kurz nach
meiner Rückkehr aus Kigali (Ruanda) ging es für mich erneut auf große Fahrt,
denn Otto der Leiter des Comboni-Haus, in dem ich ja bekanntlich wohne, hatte
mich für die Zeit von Weihnachten bis Neujahr in sein Heimatdorf im Norden
Ugandas eingeladen.
So bestieg
ich also, mal wieder, einen dieser famosen Ugandischen Reisebusse, die sich vor
allem durch ihre fünf Sitze pro Sitzreihe und eine Beinfreiheit auszeichnen,
gegen die Ryanair wie der reiste Luxus erscheint, um eine circa vierzehn (!) Stündige
Fahrt in Richtung Agago District anzutreten.
Doch dabei
soll auch nicht vergessen werden dass diese Gefährte reiferen Alters, die meist
dem Hause Isuzu oder Tata entstammen, auch ihre Vorzüge haben, wie ich in den
letzten Wochen erfahren durfte: Zum einen lassen sich nämlich die Fester
öffnen, was nicht nur die fehlende Klimaanlage ausgleicht, sondern einen
ebenfalls in die glückliche Lage versetzt, in Kurzen Stopps am Wegesrand kühle
Getränke, gebratene Bananen, Fleischspieße, Heuschrecken, Erdnüsse und so viel
mehr von Händlern zu erwerben, die sich auf den Verkauf an Busreisende
Spezialisiert haben und deren Leckereien auch über manch anderen Nachteil der
Reise hinwegtrösten. Zum anderen scheint es nämlich als sei der Bus das mit
Abstand schnellste Vehikel auf Ugandas Straßen und während in Deutschland Busse
eher als Verkehrshindernis Taugen setzen Ugandische Busfahrer mit Vorliebe zu
Waghalsigen Überholmanövern gegen PKW oder Motorräder an, wobei die
Straßenverhältnisse nicht von entscheidender Bedeutung sind.
Dennoch
bleibt ein Bus immer ein Bus und auch vierzehn stündige Busreisen, werden immer
eine Tortur bleiben.
Dennoch
erreichten wir schließlich ein kleines Dörfchen bestehend aus wenigen kleinen
Hütten. Jedoch nicht in der Nähe der nordugandischen Großstadt Gulu, wie ich
erwartet hatte, sondern weit abgelegen fernab jeglicher Zivilisation in den
Tiefen eines kleinen Distrikts mit dem wohlklingenden Namen Agago.
Die Realität
dort stellte sich jedoch bald als weit weniger wohlklingend heraus.
Denn obwohl
das Dorf sich als Hort der unterschiedlichsten Ugandischen Spezialitäten
herausstellte , bei denen die Nennung des Namens zu eher wenig Aufklärung
führen würde, hatte es einige größere Nachteile, die man auch gut und gerne als
das Grauen des Dorfes beschreiben kann.
So bestand
ein gravierender Nachteil des Dorflebens in den Traditionen Afrikas. Während
die Frauen während der Weihnachtszeit den ganzen Tag über damit beschäftigt
waren Essen zu zubereiten und zu servieren. Da zur gleichen Zeit die Feldarbeit,
die Aufgabe der Männer entfiel verlegte sich ein Großteil der männlichen
Dorfgemeinschaft auf den Konsum örtlicher alkoholhaltiger Getränke (local
brews) und war, als sie zu mir kamen, denn natürlich mussten alle des gefühlt
ersten Weißen seit Livingston begrüßen, in einem Zustand der eine gepflegte
Kommunikation leicht erschwerte.
So kam es unter anderem zu der Situation, dass
ein Entfernter Verwandter Ottos, mir seinen ebenfalls angeheiterten Onkel
vorstellte. Jedoch schien er den Eindruck zu haben ich hätte ihn nicht richtig
verstanden, denn kurz darauf stellte er mir seinen Onkel erneut vor. Und
schließlich gut fünf Minuten später erneut.
Dies sollte
sich nun gut zwanzigmal wiederholen, bevor ich mich schließlich anderen
Gesprächspartnern zuwandte.
Doch man
muss den Männern des Dorfes verzeihen, denn außer sich zu betrinken gab es in
Geregere nicht wirklich etwas zu tun. Ganze Tage verbrachte ich mit Essen und
herumsitzen, während sich die Menschen um mich herum in Luo unterhielten und
selbst das Handynetzwerk, was für Uganda ungewöhnlich ist, vor dieser
Abgelegenheit kapituliert hatte und ein dickes rotes X anzeigte.
So hielt ich es ganze vier Tage aus, bevor ich mich entschloss die Flucht zu ergreifen und
eine Woche früher als geplant wieder in die verhältnismäßige Zivilisation
zurückzukehren.
Da nahm ich
auch die zwölf Stunden Busfahrt gerne in Kauf, die mich schließlich zurück nach
Kampala Brachten.
Fazit:
Ugandische Dörfer sind wunderschön, mit einem beeindruckenden Sternenhimmel und
toller Savannenumgebung. Als Wohn- und Aufenthaltsort taugen sie jedoch nur,
wenn man entweder Farmer ist, oder eben diesem Dorf entstammt und einen
praktisch jeder dort mit Onkel begrüßt.
Ansonsten
werden sie schnell zum Hort der Trunksucht und oder Lageweile.
Euer und ihr
Carsten
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