Sonntag, 18. September 2011

Muzungu Muzungu

Nun, da sich meine dritte Woche in Giza-Giza, Mbuya Parish, Nakawa Subcountry, Distrikt Kampala, Königreich Buganda, Uganda, sich dem Ende nähert, habe ich mich bereits an vieles gewöhnt: Die Motorradtaxis, die sie hier Boda-Boda nennen, nicht immer allzuernst gemeinte "How are you" Fragen zur Begrüßung, oder aber die schier unaussprechlichen Nachnahmen der Ugander.
Und doch gibt is immer noch einige Sachen, die einen, obwohl schon zig mal erlebt, immernoch gewöhnungsbedürftig bleiben. Eine dieser Momente tritt immer genau dann ein, wenn ich ich auf meinen Wegen durch dieses zentralafrikanische Land eine Gruppe Kinder passiere. In diesem Fall kann man nämlich mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein oder mehrere, teils geflüsterte, teils laut geschriene MUZUNGU-rufe hören.
Wer sich nun noch fragt, was das bitte zu bedeuten hat, der sei in soweit aufgeklärt, als dass die Menschen hier, all diejenigen als Muzungus bezeichnen, die sich aus dem fernen und kalten Europa in diese Tropischen gefilde wagen, nicht jedoch Araber, Südamerianer oder Asiaten, die teilweise die gleiche Hautfarbe wie z.b. Südeuropäer aufweisen.
Wie nicht besonders verwunderlich werden hier also alle Europäer und Amerikaner für unglaublich reich und (vermutlich deswegen) auch als hübsch gehalten, was ,jedenfalls was den reichtum betrifft, die meisten wohl auch sind.
Besonders auf die Kinder scheinen Muzungus daher eine große Aziehungskraft auszuüben. Gerade in Vierteln, in denen Weiße eher selten anzutreffen sind, beobachtet einen daher nicht selten eine größere Gruppe Kinder, die ist man nicht in Bewegung, sehr schnell durch dazugerufene Freunde noch größer wird. Während sich die jüngeren dann mit dem Beobachten begügen kommt es nicht selten vor, dass mutigere und größere auf dich zukommen, dir die Hand geben und dich mit einem "How are you Mister" gebrüßen.
Was hier eigendlich ganz süß und niedlich klingt, was es sicher in den ersten Tagen auch ist, kann einem, bei eventuell vorhandener schlechter Laune, auch gehörig auf den Zeiger gehen. Zu allem Überfluss macht ein solchen Verhalten nich immer vor den Erwachsenen halt. Ab und zu versuchen auch ältere Jahrgänge einen zu einem lockeren High Five auf offener Straße zu ermuntern und das man als Muzungu die Aufmerksamkeit jeglicher Boda-Bodafahrer sowie Straßenhändler bekommt versteht sich praktisch von selbst.
All dies kann wie schon erwähnt zu einer nervtötenden Angelegenheit werden, jedoch an einem der vielen Guten Tage hier auch einfach lustig und Aufregend sein. Auf jeden fall ist es Teil des ganz normalen Wahnsinns in dieser Stadt, die zwar 8 Stunden ohne Stom, aber keine Fünf Minuten ohne Handy auskommt. Aber das ist eine andere Story...

Aus Uganda,
Euer und Ihr
Carsten

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