Schon über zwei Wochen bin ich jetzt In Uganda. Höchste Zeit, dass ich mich mal wieder melde. Seither ist nämlich viel passiert
Nicht nur, dass mir meine Arbeit immer besser gefällt und sich damit so ziemlich das erfüllt was ich mir von diesem Jahr erwartet habe, nein inzwischen sind auch diverse Ausflüge und Touren in der Planung:
Eine erste davon haben Valerie, Verena (ebenfalls Bistumsfreiwillige, die in Luweero arbeiten) und ich dieses Wochenende unternommen und gemeinsam die Innenstadt der Ugandischen Hauptstadt Kampala gestürmt…
Doch auch dieser Tag begann, wie zu viele andere mit dem schweren, aber nötigen Schritt aus dem Bett, denn wir wollten und schon um 10.30 in der Stadt treffen, während noch eine große Hürde zwischen mir und dem Zentrum lag: Der unberechenbare Verkehr meines neuen Wohnortes. Doch an diesem Tag hatte ich Glück. Nachdem ich nur wenige Minuten am Straßenrand gewartet hatte, hielt einer der Taxi genannten Minibusse, die hier den ÖPNV organisieren, vor meiner Nase um mich für umgerechnet 25 Cent zum ersten Zwischenziel meiner Reise, der das Stadtzentrum durchquerenden Kampala Road zu bringen. Dort gut angekommen musste ich dann aber erfahren, dass der Verkehr in Kampala nicht überall so flüssig lief wie auf den Wegen die mein Taxi zurückgelegt hatte, denn Valerie und Verena steckten im Stau fest. Dies ließ mir nun die Möglichkeit durch die Stadt zu flanieren, was weniger angenehm und entspannend war als es sich anhört. Tatsächlich hatte es nämlich die ganze Nacht vorher geregnet, war die oft unbefestigten Straßen Kampalas in einzige Matschpfuhle verwandelte und einen vor jedem Schritt nach einem trockenen Flecken ausschau halten ließ. Außerdem verfügt Kampala nicht gerade über das was man eine Altstadt oder Flaniermeile nennt, sondern scheint eher ein auf die Erde geklatschter flecken Beton zu sein, in dem das Zentrum nur dadurch auffällt, dass sich hier noch mehr Menschen auf einem Haufen drängeln und die Preise höher sind, als in den Vorstädten.
Nach einiger Zeit erhielt ich dann jedoch Nachricht, dass sich die beiden Damen dem „New Taxi Park“ näherten, einem großen Staubig oder wahlweise schlammigen Platz auf dem sich in unübersichtlicher Weise hunderte dieser Kleinbustaxis tummeln. Nachdem ich die beiden jedoch am Busterminal, etwas abseits erwartet hatte, und diese selber nicht genau wussten wo sie waren, zog sich das einander finden in die Länge. Schließlich schafften wir es jedoch, trotz wenig hilfreicher fragen, wohin ich denn reisen wolle (Busfahrer), oder ob ich nicht doch eine Uhr wolle (überraschender weise, Uhrenverkäufer), uns zu finden und so nahmen wir unser erstes Ziel in Angriff, den großen Owiino Marked, den größen Markt Kampalas.
Auf diesem Markt, auf dem es von Schuhen über Gewürze und Kleidung bis hin zu Frischfleisch, alles zu kaufen gab (Ich bin mir sicher das dort wirklich alles bekommt) gab es nur zwei Schwierigkeiten: 1. Aus dem unendlich erscheinenden Gewirr kleiner und kleinster Gassen wieder heraus zu finden. 2. Die unzähligen Händler abzuwimmeln, die den vermutlich einziges Europäern, die sich in diesem Jahr in diesem Labyrinth blicken lassen, unbedingt ungefragt ihr Angebot präsentieren wollten.
Nachdem wir schließlich beide Schwierigkeiten gemeistert hatten, und wieder an eine normale Straße gelangt waren, nahmen wir unser nächstes Ziel in Angriff: Das National Theatre. Hierbei handelte und handelt es sich um ein kleinere Theater, das jedoch mit samt seinem Außenbereich als das kulturelle Herz Kampalas gilt. Hier gibt es Jam Sessions, Comedy Konzerte und natürlich Theater. Ohne das jedoch etwas davon stattfand, da wir das Theater natürlich am Mittag besuchten.
Danach ging es in eine ziemlich westliche Mall, wo es von bayrischem Bier und Nutella und und Haribo so ziemlich alles gibt was sich der reiche Westler wünscht. Der reiche wohlgemerkt, denn die Preise haben dort schon fast europäisches Niveau.
Nach so viel laufen, hatten wir uns dann auch eine Pause im nahen Centenary Park redlich verdient. Von da aus ging es zur letzten „Sehenswürdigkeit“ Kampalas. Einem prachtvollen Hindutempel, der leider nicht besucht werden konnte. Danach waren wir alle ausgezehrt von der Hitze und den langen Fußmärschen, den wirklich nahe bei einander lagen die verschiedenen Orte nicht. Hinzu gesellte sich das Problem der Verkehr hier nur drei Vorfahrtsregeln kennt: 1. Die Größe deines Autos. 2. Die Agressivität deiner Fahrweise und 3. Den Wert deines Untersatzes, denn niemand möchte hier für einen beschädigten Mercedes aufkommen. Eine Gruppe die hierbei natürlich schlechte Karten hat sind die Fußgänger, die sich oftmals durch einen Sprint oder Hechtsprung dem Zusammenstoß mit einem herannahenden Gefährt entziehen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass einen der Verkehr Kampalas, mit seinen Boda-Boda Motorradtaxis und Kleinbussen eigentlich selbst eine Sehenswürdigkeit, nach einem ganzen Tag in völliger Erschöpfung zurücklässt.
Daher wurde es dann auch bald Zeit auf Wiedersehen zu sagen, zumal Valerie und Verena noch eine zweistündige Heimfahrt vor sich hatten.
Ich jedoch hatte meine ganz eigene: Kaum waren die beiden wieder in die Tiefen des „New Taxi Park“ hinabgestiegen, wollte ursprünglich ein Taxi nach Hause nehmen, und fragte nur zum Spaß einen der Boda-Bodafahrer nach dem Preis für die Heimfahrt. Als mir der jedoch zu hoch war, und ich gehen wollte, senkte der Mann den Preis jedoch immer weiter , bis er am Ende an einem, selbst für einheimische noch günstigen Angebot ankam, dass ich nicht mehr ablehnen konnte. Und ich bequem vor meine Haustür gebracht wurde. Nach so einem Tag war das auch sehr angenehm.
Seither hat zwar die Woche, mit Arbeit usw wieder angefangen, aber langweilig wird’s mir da zum Glück auch nicht. Nur etwas mehr schlaf könnte ich gebrauchen, aber das ist ja ein leicht zu behebendes Problem.
Daher verabschiede ich mich auch erst einmal wieder, aber sicher nicht für lange.
Viele Grüße aus dem Moloch Kampala,
Euer und Ihr ,
Carsten
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