Wer kennt ihn nicht,
jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit stehen Leute in den Einkaufspassagen um Spenden zu Sammeln, Rufen TV Sender zu großen Aktionen auf und warnen Politiker und andere Wichtige Menschen die Gefahr durch HIV nicht zu vernachlässigen.
Doch solange die Welt groß und Afrika weit weg ist, geht das Ganze dann doch recht schnell an einem vorrüber, ohne dass man sich schlussendlich größere Gedanken darum machen kann und will.
Dieses Jahr sollte ich jedoch mal einen ganz andern Blick auf den World Aids Day erhalten.
Für das Reach Out, wo ich bekanntlich arbeite, stellt der World Aids Day nämlich ungefähr das dar, was der Rosenmontag für die Jecken und das W.O.A (Wacken open Air) für die Metall Szene ist: der Jährlich Großkampftag.
Schon um 7.30 Uhr ging es los: Ich war für die Barclay's Bank Filliale direkt in der Innenstadt Kampalas eingeteilt, wo wir Bankkunden und Passanten auf HIV testen wollten. So musste mich daher schon früh auf den Weg durch den obligatorischen Stau machen.
Kaum angekommen, ging es dann auch schon los: Zu duzenden Strömten Bankangestellte, Boda-Boda fahrer Straßenhändler, Rechtsanwälte und alle erdenklichen Arten von Menschen auf unseren Stand ein, wo neben mir noch jede Menge, die zu Testenden beratende Councellors, die Stellung hielten.
Schnell bildete sich eine Lange Schlange und das Testen, dass zunächst noch etspannt gewesen war, wurde zur Akkordarbeit. Die zeit verstrich dementsprechend wie im Flug und als es um 1 Uhr stark aufs Mittagessen zuging erreichte die Testzahl eben die einhundert.
Da jedoch immernoch scheinbar unzählige weitere Personen auf ihren Test warteten verkam, selbst das Mittagsmahl zu einem kaum spürbaren Luftholen bevor der Dauerstress erneut einsetzte.
Als die Bank schließlich gegen halb fünf ihr Pforten schloss, waren alle erleichtert, denn anders, wäre der Strom neuer Patienten wohl kaum zu stoppen gewesen.
155 Test standen am Ende für unseren Stand zu Buche, was wie ich dachte eine große Zahl war.
Später erfuhr ich dann jedoch, dass andere unserer Zahlreichen Stände bis zu 350 Menschen getestet hatten...
Trotzdem konnte ich für mich nach diesem überaus anstrengenden Tag feststellen, dass ich auch ein kleines Bisschen stolz war, so viele Menschen an einem Tag getestet zu haben.
Grüße aus dem momentan verregneten Kampala,
euer und ihr
Carsten
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