Sonntag, 15. Juli 2012

Safari, die zweite!


Inzwischen ist es schon Juli, und mein Abschied rückt näher und näher. Doch bevor es soweit ist, stand noch einmal eine Tour auf dem Programm. Eine Safari sollte es sein. Sechs Tage Tiere sehn und die Nationalparks erkunden, so hatten es sich die beiden Kanadierinnen Natalie und Pamela sowie meine Wenigkeit vorgestellt.
Und wir hatten Glück eine Safariorganisation aus Uganda machte uns ein günstiges Angebot, sodass wir sogar zwei Nationalparks, den Murchison Falls Nationalpark, sowie das abgelegenen Kidepo Valley besuchen konnten.
Und so ging es am vergangenen Samstag in einem alten Landcruiser der eher an einen Panzer denn an ein normales Auto erinnerte los in Richtung Norden. Nach einigen Zwischenstopps bei Verna in Luweero und Elisabeth in Masindi, erreichten wir dann gegen Abend die Murchison Falls. Dieser Atemberaubende Wasserfall des Nils, der dem Nationalpark um ihn herum seinen Namen gibt ist ein wahres Erlebnis. Mit ungeheurer wucht schießt das Wasser des Viktorianils hier durch eine nur wenige Meter breite Schlucht hinab in das Rift Valley wo er sich ein wenig weiter in den Albertsee ergießt.
Nach diesem großartigen Erlebnis ging es weiter zu unserer Unterkunft. Diese war ein Jugendherbergsartiges Hostel, jedoch direkt neben der besten Lodge des Parks gelegen, in der wir unsere Mahlzeiten zu uns nehmen sollten.
Doch hier trat ein ernstes Problem zu Tage. Unsere Tourorganisation, hatte anscheinend eine Falsche Vorstellung von den Kosten und war daraufhin nicht bereit die Kosten zu übernehmen, die das Budget überschritten. Erst nach einer ernsten Diskussion, bei der ich mir mit meinem Bestehen auf Vertragserfüllung unter dem Fahrer und dem Guide keine Freunde machte erhielten wir, das uns versprochene Abendessen.
Aber das hatte es in sich. Denn nicht umsonst ist die Paara Lodge die beste Adresse am Platz. So schlemmten wir ausgiebig beim Buffet mit Rinderfilet und französischer Zwiebelsuppe usw.
Am nächsten Morgen stand dann eine Pirschfahrt auf dem Programm. Schon um sechs Uhr ging es los, denn die Chancen darauf Löwen zu sehen ist um diese Uhrzeit am größten.
Und tatsächlich hatten wir Glück. Schon nach kurzer Fahrt entdeckten wir einen König des Dschungels der gerade auf der Jagd war. Doch schon wenig später wurde es noch besser. Ein ganzes Rudel lag faulenzend mitten auf dem Weg und erlaubte uns recht nahe zu kommen und wundervolle Photos zu schießen. Und auch der Rest der Pirschfahrt war sehr ergiebig. Giraffe, Elefant, und verschiedene Antilopen liefen uns vor die Linse.
Nach einem mehr aus ausgiebigen Frühstück, ging es dann auf eine Bootstour die uns wieder zu den Fällen führte. Auch hier wurden wir Tiermäßig nicht enttäuscht und so gab es neben Flusspferden und Krokodilen auch verschiedenste seltene Vögel, wie den Saddle-billed Stork, unterschiedliche Bee-eater und Kingfisher Arten, deren Deutsche Namen mir im Moment jedoch leider nicht geläufig sind.
Noch einmal schlemmten wir dann am Abend in der Paara Lodge, bevor es am Morgen auf einen langen Trip in Richtung Kitgum gehen sollte, einer kleinen Stadt im Norden Ugandas in der wir die Nacht verbringen würden.
Am nächsten Tag ging es dann los. Durch die kaum befahrbaren Straßen Nordugandas wühlte sich unser Geländewagen in Richtung Kidepo, das wir am Nachmittag erreichten.
Nachdem wir die kleinen sehr komfortablen „Bandas“ genannten Hütten bezogen hatten, ging es auch schon wieder los. Unsere erster Programmpunkt war ein Besuch bei den Kajamojong genannten Ureinwohnern der Umgebung. Dieses Rinderhaltenden Volk lebte noch sehr ursprünglich in den umliegenden Bergen, war aber sehr offen und freundlich gegenüber uns Besuchern. Nachdem wir eine ihrer Hütten von innen gesehen hatten, wurden wir von dem über hundert Jahre alten Häuptling empfangen wobei die Dorfbewohner ihre traditionellen Tänze tanzten.
Voller noch voll dieser Eindrücke besuchten wir auf dem Rückweg eine nicht vollendete Lodge im Nationalpark, von der aus man einen Atemberaubenden Blick auf die Savanne und die fernen Berge hatte.
Zurück im Camp fanden wir dort einen Riesigen Elefanten vor, der laut dem Ranger, der uns begleitete, in der Nähe des selbigen wohnte. Doch auch Zebras, Wasserböcke, und Schakale hielten sich gerne in der Nähe der Menschen auf, da Löwen und andere Räuber diese Fürchteten.
Am nächsten Tag, standen zwei Pirschfahrten auf dem Plan. Eine jeweils am Morgen und Nachmittag. Doch das Lange Savannengras der Regenzeit  machte uns erst einmal einen Strich durch die Rechnung, da die Tiere sich in selbigem vorzüglich zu verstecken wussten. Schließlich hatten wir dann aber doch Glück. Von einem Hügel aus entdeckten wir Löwen, die auf der Jagd nach einem Büffel waren. Eine halbe Stunde währte das anschleichen und gegenseitige belauern, dann gelang dem Huftier die Flucht. Die Löwen waren noch jung und zu unerfahren um ein Tier dieser Größe zu erlegen und zogen sich nach der gescheiterten Jagd, ungewöhnlich für Löwen, auf einen Baum zurück, was uns erlaubt näher zu kommen und wunderbare Photos zu schießen.
Am Nachmittag besuchten wir dann noch Heiße Quellen, die direkt an der südsudanesischen Grenze lagen, bevor wir früh am nächsten Morgen die Heimreise antraten.
Ein ereignisreicher Urlaub war zu Ende gegangen.

euer und ihr,
Carsten

Donnerstag, 31. Mai 2012

Ein anstrengender Job

Es ist was los im Reach Out. Zu viel!

Nie um ein neues Projekt verlegen, haben die Obersten in meinen schönen Reach Out, derzeit einen neuen Plan ausgeheckt. Eine mobile Klink, die zu den Leuten kommt, die wenig Zeit haben um in die Stadt zu fahren, oder denen die Reach Out Zentren einfach zu weit weg sind.
Klingt gut, ist sehr gut gemeint und mit einem Nagelneuen Mobilen Multifunktionsraum auf einem Lastwagen ausgestattet.
Leider hat das ganze Projekt, das noch in der Versuchsphase steckt noch einige Kinderkrankheiten, die auch mich im Moment viel Zeit aber auch Nerven kosten.
Denn seit das ganze Anfang des Monats gestartet ist, hat man es von Seiten des Reachout leider versäumt genug Personal dafür einzustellen. Was jedoch zwangläfig zur Folge hat, das  ich routinemäßig für die Mobile Clinic rekrutiert werde.
Das macht zwar jede menge Spaß weil ich da mit vielen netten Leuten zusammenarbeiten kann und es schließlich auch ein wenig Stolz macht, wenn man am Ende des Tages 400 getestete Menschen und 50 Geimpfte Kinder vorzuweisen hat, schlaucht einen jedoch auch.
Und so kommt es nicht selten vor, dass ich nach einem langen Tag in Stadtteilen mit wohlklingenden Namen wie Bukasa oder Kasokoso, nur noch müde ins Bett sinke.

Darunter wie auch unter der Tatsache, dass ich meine nun noch verbliebenen zwei Monate hier so gut es geht auskosten möchte, hat leider meine Blostätigkeit gelitten, aber ich kann euch versichtern, auch nach neun Monaten Afrika bin ich weder von Buschleuten gegessen, noch von fremdartigen krankheiten Dahingerafft worden.
Nicht mal Malaria hab ich bisher gehabt, auch wenn ich bereits gefühlte zwanzig mal darauf getestet wurde. So ziemlich jeden mal wenn ich mir irgendeine Erkrankung zugezogen hatte, die Fieber enthält.

Jetzt bin ich allerdings wieder voll auf dem Dampfer und bereit meine letzten Monate hier in Afrika zu zelebrieren. Und ich merke jetzt schon, diese 67 Tage sind eindeutig zu Kurz.

eurer und ihr
Carsten

Sonntag, 15. April 2012

Eindrücke eines Abenteuers






Natürlich sind dies alles nur ausschnitte aus den Hunderten Bildern, die ich während unserer Safari geschossen haben, leider erlaubt mir meine Internetverbindung im Moment nicht große Bildermengen hochzuladen.
Ich hoffe dass es trotzdem einen kleinen Eindruck von dem geben kann, was wir erlebt haben.
euer und ihr
Carsten

Freitag, 13. April 2012

Lange hatte
ich sie erwartet und dann war sie doch endlich da; Meine Familie, die sich in
todesmutiger Manier in das Abenteuer Afrika gestürzt hatte um mir nach sieben
Monaten einen Besuch abzustatten und nebenbei die Perle dieses Kontinents zu
erkunden hatte den Flughafen in Entebbe erreicht.
Hoffte ich zumindest, denn ihr Ankunft mitten
in der Nacht, ließ mich erst am frühen
Morgen zu ihnen stoßen. Schon als ich das Hotel betrat, in dem sich meine
Eltern, mein Bruder und meine Tante für die ersten vier Tage in Kampala
eingemietet hatten, hatte ich das Gefühl eine andere Welt zu betreten. Der
Grüne Rasen war frisch gemäht, die Zimmer klimatisiert und vor allem: Es gab
einen Swimmingpool!
Und so
verbrachte ich die nächsten Tage, nicht zuletzt wegen dem Essen, vorwiegend im
Hotel, während tagsüber die Ugandische Hauptstadt unsicher gemacht wurde.
Natürlich
besuchten wir das Reach Out, und hatten ein Schönes Abendessen im Comboni Haus,
das nur durch die Magenverstimmungen, von denen Vati geplagt wurde, etwas
getrübt wurde. Aber auch das Zentrum Kampalas wurde von uns unsicher gemacht
und so sanken wir alle doch jeden Abend recht müde in unsere Betten. Nicht
jedoch ohne vorher ein Fürstliches Abendessen verdrückt zu haben, von dem ich
während meines normalen Alltags in Uganda nur träumen kann.
Am dritten
Tag stand schließlich auch ein Ausflug auf dem Programm. Jinja, die Nilquelle, die ich schon zweifach
erkundet hatte, stand auch für meine Familie auf dem Programm und so saßen bald
fünf Muzungus in einem Taxi in die zweitgrößte Stadt Ugandas.
Dort
angekommen schlugen wir uns zur Nilquelle durch, wo dann schließlich das
gesamte Touristenprogramm absolviert wurde: Eine Unmenge Photos, die
obligartorische Bootstour auf dem Nil und das Besuchen der Speke Monuments.
Als wir am
Abend dann wieder Kampala erreichten waren alle deutlich von der anstrengenden
Fahrt mit dem „local transport“ und der Hitze Afrikas gezeichnet, jedoch auch glücklich
einen schönen Tag erlebt zu haben.
Nachdem
meine Familie nun vier Tage in Kampala verbracht hatte, dass man ausklammern
sollte wenn man von Uganda als der Perle Afrikas spricht. Holte uns am Morgen
des fünften Tages unser Fahrer und Guide ab, denn es sollte auf große Safari
gehen.
Ismael, so
hieß er nämlich, brachte natürlich auch sein passendes Safarigefährt mit, dass
irgendwie eher einem Panzerspähwagen als einem normalen Geländewagen oder gar
einem Pkw glich.
Es war
dadurch jedoch so geräumig dass wir locker alle darin Platz fanden, und so ging
es zügig hinaus in Richtung von Ugandas Westen, wo unsere Reiseziele lagen.

Unser erstes
war der „Kibala National Park“ wo es
schon jede Menge zu entdecken gab. Denn der dichte Dschungel beherbergt jede
Menge Attraktionen. Scheue Waldelefanten, Büffel, hunderte von seltenen
Vogelarten, sowie verschiedenste Arten von Affen. Diese, genauer gesagt die
Schimpansen waren dann auch Ziel unseres ersten „Trackings“. Einige dieser uns
so ähnlichen Tiere waren nämlich an Menschen gewöhnt und störten sich somit
nicht an der Präsenz einer Horde Deutscher Touristen. Trotzdem blieben sie
meist in den Bäumen. Mit einer Ausnahme: Mr Black.
Dieser
Schimpanse, den wir Tief im Dschungel auf dem Boden schlafend fanden, genoss
sichtlich die Aufmerksamkeit, die ihm die Menschen entgegenbrachten und blieb,
in Pose, liegen obwohl wir bis auf wenige Meter an ihn heran kamen.
Am
Nachmittag stand dann ein weiterer Interessanter Programmpunkt auf dem Plan.
Nach dem wir
uns kurz in unserer im Urwald gelegenen Lodge erholt hatte, deren einzige Gäste
wir waren, besuchten wir am Nachmittag ein Sumpfgebiet, das vor allem für seine
unzähligen Vogelarten, aber auch für seine Affen bekannt ist.
(Eine genaue
Listung unserer Sichtungen unterbleibt an dieser Stelle. Sie kann jedoch bei
Bedarf jederzeit beim Autor angefordert werden.)
Zurück in
der Lodge mussten wir die Eindrücke des Tages dann erst einmal auf uns wirken
lassen, bevor wir schließlich in unserem, eher wie ein Hotelzimmer
ausgestattetes, Zelt umgeben von den Geräuschen des Urwalds einschliefen.
Als wir am
Morgen dann aufbrachen um den nahen, aber Savannenartigen „Queen Elizabeth
Nationalpark“ in Angriff zu nehmen, hatte der Dschungel aber mindestens eine
Lektion gelehrt: Steck die Hose in die Socken! Nicht weil der Hiphopper Stiel inzwischen
auch den letzten Winkel Afrikas infiziert hat, nein vielmehr, weil, die
unzähligen Wanderarmeisen einem Sonst eine kostenlose aber ungefragte
Akupunktur verpassen.
Gegen
Nachmittag erreichten wir schließlich unsere Bush Lodge , die mit eindrucksvollem
Blick auf im Kazangi Kanal schwimmende Flusspferde mitten in die Buschige
Savanne gebaut worden war und starteten, zugleich zu einer ersten Photosafari
durch den Park.
Zuerst waren
es vor allem die kleineren und friedlicheren Savannenbewohner die uns in ihren
Bann zogen, Warzenschweine, die lustig über die Ebene hoppelten, Antilopen und
riesige Büffelherden die faul in der Sonne dösten. Letztere konnten aber auch
sehr angriffslustig sein, und sind tatsächlich, noch vor den Hippos, die
gefährlichsten afrikanischen Wildtiere.
Kurz vor
Ende der Fahrt kam dann doch noch ein Knaller. Wir stießen auf eine Herde
Elefanten, die mit diversen Jungtieren über die Graslandschaft wanderte.

Nachdem wir
am Abend John, einen Holländer getroffen hatten, der Alleine für eine
Reiseagentur als Tester unterwegs war und den wir auch in den kommenden Tagen
immer wieder treffen sollten, stand nach einer von Hyänenrufen nur leicht
gestörten Nacht, am nächsten Tag zuerst eine weitere Pirschfahrt an. Diesmal
wollten wir gerne Löwen sehen.
Und
tatsächlich, es dauerte nicht lange bis, wir von einem anderen Safarimobil die
Nachricht bekamen, dass diese eine Löwin mit zwei Jungen gesehen hatten. Als
wir dann jedoch in großer Eile die genannte stelle erreichten, fanden sich dort
keine Löwen mehr. Dafür jedoch diverse Männliche Elefanten die sich an einem
Gebüsch verköstigten. Auch nicht schlecht.
Unsere Löwen
bekamen wir dann aber doch zu Gesicht. Grade als wir wieder in Richtung der
Lodge fahren wollten, weil doch Mittagessen auf dem Programm stand, sahen wir
sie. Eine Löwin und ihre Tochter, hatten ein fettes Warzenschwein erlegt und
verzehrten es gemütlich in einem Gebüsch.
Zufrieden
gingen wir so also den zweiten Teil des Tages an, eine Bootstour auf dem „
Kazangichannal“ Auch hier gab es natürlich wieder jede Menge zu sehen.
Nilpferde, Büffel und Krokodile die im Wasser dösten, Fischadler und Eisvögel
und einen ganz besonderen Leckerbissen. Ein Leopard hatte unweit des Ufers
einen Büffel erlegt und verzehrte gerade sein Festmahl. Als sich das Boot
jedoch näherte, zeigte er sich wenig kooperationsbereit und verschwand mit
einem letzten Schwanzwedeln im Gebüsch.
Auf der
Rückfahrt stießen wir noch einmal auf die beiden Löwinnen, die nach beendetem
Mahle faul auf dem Boden Lagen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen ließen.
Zurück in
der Lodge nutzten wir den Abend noch einmal zum Entspannen, denn am nächsten
Tag ging es zum eigentlichen Höhepunkt unserer Reise, den Berggorillas von
Bwindi.

Eine lange ,
und mehr oder weniger anstrengende Fahrt später erreichten wir am folgenden
Abend schließlich Kisoro, eine eher verschlafen wirkende Kleinstadt an am
Dreiländereck Kongo, Ruanda, Uganda. Dort kamen wir in einer besonderen Unterkunft
unter. Denn das Travelors Rest, ein kleines aber sehr feines Hotel, war einmal
die Ausgangsbasis der berühmten Forscherin Diane Fossy, die von dort aus zu
Expeditionen zu ihren Gorillas im Nebel aufbrach. Und auch für uns sollte
dieser Ort der Ausgangspunkt für das Highlight unserer Reise sein.
Schon vor
Sonnenaufgang ging es los. Über matschige Straßen und abgelegene Bergregionen
näherten wir uns der Rangerstation von der aus wir uns auf die Fährte der
seltenen und in nur schwer erreichbaren Gegenden lebenden Berggorillas begaben.
Eine bis zu
zehnstündige Tour wurde uns versprochen, Gewaltmärsche durch schwierigstes Gelände und Regenwälder
bei Dauerregen. Und das alles ohne eine Garantie die Gorillas überhaupt zu
sehen.
Und dann
ging alles ganz schnell. Nach einer viertel Stunde stoppten uns unsere Führer
in einem sonnigen Wäldchen. Die Gorillas waren uns während des letzten Tages
freundlicherweise entgegengekommen und rasteten nicht unweit der Rangerstation.
Die dann
folgende Stunde kann leider nur stark untertrieben mit unglaublich beschrieben
werden. Diese friedlichen Riesen so hautnah in ihrem natürlichen Lebensraum zu
erleben ist eine Sache die wohl niemand jemals wieder vergisst der einmal das
Glück hat es zu erleben.
Da die Zeit
jedoch viel zu kurz war, und die Ranger auch streng auf die Uhr sahen, kamen
wir schon früh wieder zurück zu unserem Startpunkt und kurz darauf zu unserem
Hotel, sodass wir den Nachmittag entspannt im Hotel verbringen konnten.
Gut erholt

ging es dann schon früh am nächsten Morgen los, denn der weg zu unserem letzten
Nationalpark, dem kleinen „Lake Muburo“ Savannengebiet war lang.
Erst am frühen Nachmittag erreichten wir es
und brachen zu einer letzten Pirschfahrt durch das vor allem für Zebras,
Antilopen und Vögel bekannte Areal auf.
Unseren
letzten Abend schließlich verbrachten wir dann in unserer luxuriösen Lodge, die
mit Blick auf den See, traumhaft auf einem Hügel gelegen war.
Am Morgen
wartete dann zum Abschluss eine letzte, aber sehr schöne Fußsafari auf uns,
bevor es schließlich auf den Weg in Richtung Entebbe ging.
Dabei
überquerten wir ein weiteres Mal den Äquator, wo wir diesmal eine Mittagspause
einlegten, bei der die Bedienung jedoch negativ auffiel, in dem sie meine
Mutter und mich fragte, ob wir denn wüssten, was wir bestellen würden, als wir
gerade nach meinem Lieblingsessen Matoke verlangt hatten.
Trotz dieses
Zwischenfalls erreichten wir Entebbe am späten Nachmittag, wo meine Eltern die
Zeit bis zu ihrem Abflug noch in einem Hotel verbrachten.
Ich hingegen
fuhr mit unzähligen Photos, von denen hier auch noch einige folgen werde, und
einem Haufen schöner Erinnerungen zurück nach Hause, nach Mbuya.
Euer und ihr
Carsten

Mittwoch, 14. März 2012

Kampalas versteckte Perlen

"Der schönste Platz ist immer an der Theke..."
Nunja ich glaube das will keiner bestreiten. Auch hier in Kampala nicht, wo
es so viele Pubs und Bars gibt die mit Tropischem Flair und mini Preisen, zum
abendlichen Beisammensein einladen.
Doch diese als ganzes wahrlich nicht besonders schöne Stadt hat auch seine
gute(n) Seite(n). Seiten die man als Tourist wahrscheinlich nie entdeckt, die
aber auch vielleicht gerade dadurch ihren charme haben, oder aber vielleicht
auch nur für mich besonders sind und die meisten Menschen keinesfalls hinter
dem Ofen hervorlocken könnten.
Und doch wäre Kampala für mich ohne sie nicht das was es ist.

Einer dieser ganz versteckten Perlen ist der Stadtteil Banda, wo sich auch
eine der Reach Out Filialen befindet.
Obwohl eigentlich recht weit abseits des Zentrums gelegen und nicht mit den
großen Clubs gesegnet, ist Banda das Pure leben. Das liegt unter anderem an der
Chambogo Universität, die eine der größten Ugandas ist und dafür sorgt dass
sich unglaublich viele Studenten in Banda auf engstem Raum ballen.
Und wo Studenten sind, ist...? Ja
richtig: Party, günstiges Essen und auf jeden Fall immer jede menge Leben.
Diese Mischung mach Banda zu einem meiner absoluten Kampala Highlights.
Schon das passieren auf dem Weg zur Arbeit gerät zuweilen zur Versuchung.
Denn an den Straßen werden die Besten Sachen hier nicht nur abends sondern, den
ganzen Tag angeboten: Chapati, Rolex, Fleischspieße, oder aber einfach Pommes.
Doch gerade abends ist Banda ebenfalls ein spannendes Pflaster: Wer hart
studiert muss auch feiern können. Und so ist es nicht verwunderlich, dass hier
regelmäßig Studentenpartys größeren Ausmaßes stattfinden.

Genau das Gegenteil ist ein andere meiner Lieblingsplätze, der Hoch über
den Dächern Kampalas liegt.
Versteckt zwischen der Hecktik
Kinawatakas, eines Slums am Muya Hill, und den Armeebaracken die sich um die Hügelkuppe
drängen, schlängelt sich ein Weg, den ich als Schleichweg zu meinem Arbeitsplatz
in Kinawataka entdeckt habe. Nicht, weil er besonders abkürzend, oder aber
bequem ist, denn es geht doch steil aufwärts, jedoch weil sich dieser Aufstieg
wirklich jedes Mal lohnt. Denn ist man
erst einmal an den Villen vorbei die sich am oberen Teil des Hügels drängen,
erreicht man eine Gegend, die noch vollkommen unbebaut ist. Vögel singen,
Insekten fliegen und machen Geräusche, während man vom sonst allgegenwärtigen Lärm
der Alten Toyotas, und Schrottreifen LKWs verschont bleibt, als würde dieser
Ort irgendwie in einer anderen Welt liegen.
Dass die Realität gar nicht so weit
weg ist, vergisst man trotzdem nicht, denn das Panorama ist nichts weniger als
atemberaubend. Und auch wenn es nur die Östlichen Vororte Kampalas sind. Allein
die zu winzigen Ameisenartigen geschrumpften Menschen, die die Straßen so
Zahlreich bevölkern und ihrem geschäftigen Treiben nachgehen, zu beobachten oder
aber die ruhe und den in dieser Höhe angenehm starken Wind zu genießen, entschädigt
den Aufstieg hundertfach.
Nur den Sonnenbrand, den ich mir das
letzte mal eingefangen habe, als ich zu lange dort oben stehen Blieb, kann als
kleiner wehrmutstropfen gelten. Obwohl doch jeder weiß: Nach rot kommt braun.
Euer und ihr
Carsten

Montag, 27. Februar 2012

... was zwischendurch geschieht.

Hallihalo, oder ogamba chi, auf Luganda.

Luganda? Wer spricht das denn mag sich jetzt einer Fragen.
Doch wer is Kampala etwas auf sich hält, und das tun die meisten, spricht eben die Sprache der Bantustämmigen Muganda, die , man glaubt es kaum, schon vor der Kolonialisierung ein straff organisiertes Reich unterhielten.
So ist es auch wenig verwunderlich dass sich in weiten Teilen Ugandas inzwischen das Luganda zumindest als dritte Sprache erlernt wird was jedoch in den anderen Volksgruppen eher misstrauisch beäugt wird, da diese seit jeher eine schleichende bevormundung durch die Buganda fürchten.
Da jedoch trotzdem in Kampala und ganz zentraluganda kaum ein Weg am Luganda vorbeiführt, habe auch ich begonnen mich mit dieser exotischen Sprache auseinander zu setzen.
Und auch wenn mein Wordschatz nocht nicht beeindruckend ist, allein das bloße bemühen richtet eine menge aus:
Händler lassen spürbar Preise nach, wenn sie merken dass sie keinen Tourist vor sich haben
Menschen erinnern sich noch wochen später an den seltsamen Muzungu der aber garnicht wie einer redet,
und nicht zu vergessen die unzähligen Lacher die durch ungewollte versprecher ausgelößt werden, wenn man zum Beispiel bei dem schönen Wörtchen "amazi" das eigentlich nur wasser bedeutet die letzte Silbe betont und stattdessen nach fäkalien verlangt...

Doch Luganda ist nicht das einzige neue Hobby das ich mir in der zwischenzeit zugelegt habe.
Da ich aus verschiedenen Gründen im Moment kein Taekwondo mehr machen kann, musste dringend ein Ersatz her. Und da gibt es nur einen: Fußball !

Und so kommts dass ich jetzt im Reach Out Team spiele. Das klingt nicht nur schräg, sondern ist auch wenig mehr als eine Truppe Fußballbegeisterter Büroarbeiter und Ärzte. Aber das reicht in der Regel aus um den mehr oder weniger bespielbaren Platz in ein Fußballeldorado zu verwandeln. Denn mehr begeisterung für Fußball habe ich noch selten gesehn. Selbst eigentlich eher träge Communityworker verwandeln sich da in goalgetter und Flankengötter.

Doch ende März wird es schon ernst. Dann stehen die ersten spiele der cooperate leage an, wo wir gegen andere Firmen, die Uganda Breweries ( können die grade laufen?) oder Barkleys Bank spielen werden.

doch bis dahin steht noch eine Menge üben auf dem Plan.

euer und ihr
Carsten

Samstag, 18. Februar 2012

Zwischenseminar, Halbzeit im großen Spiel.

Zu ersteinmal muss ich mich entschuldigen. Die letzten Wochen waren wirklich nicht von meiner großen Kommunikations- und Blogaktivität geprägt, was aber mehere Gründe hatte.
Aber von Anfang an:
Alles begann Mittwoch vor zwei wochen, als ich einen Anruf von Father Deo erhielt, der der Koordinator für alle Freiwilligen in Uganda ist, der mit mitteilte, dass Manuela und Regina an diesem Abend in Entebbe landen würden. Ich hatte natürlich die Ankunft unserer Beiden Teamer aus Osnabrück frühestens für donnerstag morgen erwartet und war dementsprechend überrascht. Trotzdem schafften wir es dann zusammen uns am Abend durch den Stau Kampalas zu arbeiten und die beiden rechtzeitig vom Flughafen abzuholen.
Die nächsten beiden Tage verbrachten Mauela und Regina dann bei mir im Comboni Haus um meine Stelle und Kampala kennen zu lernen.
Dass die dafür eingeplante Zeit zu wenig war sollte sich schon am Donnerstag zeigen. In einem Tag wollten wir Kampala erkunden und so stellte ich einen straffen Marschplan durch die Innenstadt auf, der jedoch nicht berücksichtigte, dass die beiden, gerade einer Tiefkühltruhe nahmens Deutschland entstiegen waren und durch den gewaltmarsch über Parlament die Taxiparks und den großen Owino markt an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht worden waren.
Dementsprechend ruhiger ließen wir den nächsten Tag angehen, an dem nur noch ein Besuch im Reach Out auf dem Programm stand, bevor die beiden mich am Abend in Richtung Luwero verließen.

Doch auch das brauchte mir keine Atempause. Denn nur wenige Stunden nachdem Regina und Manuela mich verlassen hatten sollten Elisabeth und Larissa mich aus Masindi besuchen kommen und bis zum Sonntag bleiben, an dem wir alle gemeinsam nach Jinja fahren sollten, wo unser Zwischenseminar stattfinden sollte.
Von den daraffolgenden Tagen sollte nur erwäht werden, dass diese mit genügendem Genuss begangen wurden, wie ihn sich junge Menschen leisten die nach langer Zeit wieder zusammentreffen.
Da dies jedoch stark zu lasten unserer Schlafkontingente ging, traten Eli , Larissa, die inzwischen dazugestoßene Verena und ich unsere Reise in der nur zweil Sammeltaxistunden entfernte Jinja an.

Dort wurde uns im Haupsitz von Ugandischen Franziskanerinnen, die dort ein großes Gästehaus unterhielten eine von Manuela und Regina, sowie von Father Deo ein herzlicher Empfang bereitet und es Begann unser Zwischenseminar, dass eine ganze Woche dauern sollte.
Und es wurde super!
Nicht nur, dass uns die Schwestern mit fünf, ich wiederhole 5 (in Worten fünf), Mahlzeiten pro tag versorgen, nein auch Warme duschen und ausreichend Colas und Biere für den Abend rundeten das Leibliche wohl ab. Dazu waren die Tage gefüllt mit einem spannenden Erlebnisaustausch und Erzählungen aus den vergangenen Monaten, währed die Abende vom gemeinsamen Beisammeneinund Kartenspielen geprägt wurden, sodass sich das Seminar zu einem tollen Erlebnis entwickeln sollte.
Elisabeth hatte am Donnerstag Geburtstag, was natürlich schon Mittwoch Nacht angemessen gefeiert werden musste. So gab es am Abend Kuche jede Menge gute Laune.
Seinen Höhepunkt sollte es jedoch am Donnerstag erreichen. Denn für diesen Tag stand unser Ausflug auf dem Programm. Und der hatte es in sich. Zuerst ging es ein stück Nilabwärts, dorthin wo sich bis vor kurzem die Bujagali Fälle befunden hatten. Diese waren jedoch nur wenige Tage bevor wir Jinja erreichten im Rahmen einen Staudammprojekts geflutet worden, sodass sich uns ein eher langweiliger Nil bot. Doch zum Glück hatten wir etwas anderes geplant als nur die Fälle zu besuchen, wir wollten Reiten.
Was sollte man von einem nahezu vollständig von Frauen geprägten Zwischenseminar auch anderes erwarten.
Doch anders als zuerst befürchtet stelle sich der Reitausflug als durchaus gut und spannend heraus. Sogar ich als blutiger Anfänger schaffte es, die allerdings auch sehr braven Pferde zu meistern und sogar zu galloppieren während es durch malerische Dörfer im Hinterland des Nils ging. Trotzdem der Endruck an diesem Tag vollständig Tourist zu sein, ließ uns nicht wirklich los.
Wahrscheinlich lag es daran, dass wir an diesem Tag wirkliche touristen waren. Und so verhielten wir uns auch weiterhin. Zurück am Ausgangspunkt unserer Reittour verzehrten wir ganz touristenmäßig ein mehr als üppiges Lunchpaket der Schwestern, bevor wir uns, nach genügendem Mittagsschläfchen zur nächsten Touristenattraktion Jinjas begaben, der "Nilquelle".
Die hatte ich zwar schon gesehen, jedoch nur von der linken Flußseite aus. Diesmal besuchten wir die auf Klippen gelegene rechte, die sich als um einige imposanter herausstellte. Nicht nur der Blick war von hieraus atemberaubend, sondern auch die Bootstour auf der Quelle, bei der wir dieses mal unzählige von exotischen Vögeln sahen. (bilder Folgen)
Zurück im Gästehaus fielen wir dann nach zwei anstrengenden Tagen nur noch müde ins Bett, zumal am Freitag unser Partner aus den Organisationen kommen würden.
Mit diesen verbrachten wir dann die letzten beiden Tage unseres Zwischenseminars, bevor es am Samstag Abend wieder zurück ging.
Auf dem Rückweg habe ich dann natürlich meinen Schlüsse in Jinja vergessen, weswegen Verena, die noch zwei Tage bei mir bleiben wollte, und ich auf halbem Weg umkehren und in die entgegengesetzte Richtung fahren durften. Doch wie zum trost schafften wir es dadurch in Jinja die allerbesten Sonnenuntergangsphotos zu machen. Und trotzdem nicht allzuspät wieder in Kampala zu sein.

Dass die nächsten Tage mit ausgiebigem Entspannen verbracht wurden erklärt sich sach diesen Wochen wohl von alleine.
Und trotzdem war ich schon am Mittwoch wieder fir genug um dem Reach Out Fußballteam beizutreten. Aber das ist eine andere Geschichte.

liebe Grüße aus Kampala,
euer und ihr Carsten

Samstag, 28. Januar 2012

Bilder Update

Fällt aus der Reihe, aber Bilder von mir sind recht rahr...


Das richtige, typische Afrikanische Dorf...
Diese Nilwasserfälle wird es bald nichtmehr geben ... Die Ugandische Regierung plant einen neuen Staudamm zur dringen nötigen Stromgewinnung.

Besser ist es auch im Film nicht...

Freitag, 27. Januar 2012

Aufregende Wochen

No hurry in Afrika,
dass ist einer der Lieblingssprüche eines Jeden Uganders, wenn man mal wieder im obligatorischen Stau Kampalas Steckt, Dicke Beamte nichts auf die Reihe bekommen, oder er sich mal wieder komplett verspätet hat.
Und doch ist dieser Spruch oft Meilen von der Realität hier entfernt, denn trotz alledem ist die Ugandische Hauptstadt ein wirklich schnellebiges Pflaster. Überall werden im Rekordtempo neue Häuser Hochgezogen, ein jeder versucht sich, möglichst schnell durch den Verkehr zu drängeln, und auch Termine Kommen oft schlag auf schlag.
Und dass obwohl sie manchmal schon ewigkeiten vorher feststehen.
Dann haben sie die Angewohnheit sich alle an einem Tag zu versammeln, und einem die Qual der Wahl zu geben, ober aber sich hintereinander zu versammeln, sodass die Freien Tage fehlanzeige und und die Routine völlig aus dem Takt geworfen wird.
Dass solche Zeiten trotzdem die schönsten sind, offenbart sich mir jedoch grade aucch:
Alles begann vorgestern, als nicht nur ehemalige Freiwillige zum Comboni Haus kamen, sondern gleichzeitig in der Anglikanischen Kirche Jugendgruppen Musik und Tanz performten, was die brechend volle Kirche innerhalb kurzer Zeit in eine Disko verwandelte. Wieder zurück in der Community (dem Comboni Haus) erhielt ich dann einen Anruf, dass wir eine Freiwillige zum Flughafen begleiten wollten. Gesagt getan und wenige Minuten später fand ich mich mit Father Deo und Larissa aus Kumi auf dem weg nach Entebbe wieder.
Als ich dann nach stunden der Fahrt, wieder zu Hause war, dachte ich, dass der nächste Tag eigentlich der entspannung gewitmet sein sollte...eigentlich,
denn natürlich hatte ich auch schon für diesen Tag Programm.
Alle Freiwilligen des Bistums waren nach Kampala gekommen da unsere Workpermits, also jede Visa die uns den Rest des Jahres im Lande halten sollen, fertig waren und nur noch bezahlt und abgeholt werden mussten.
Dachten wir jedenfalls.
Tatsächlich war am Morgen noch überhaupt nichts fertig, sodass wir auf den Nachmittag verwiesen wurden. So nutzten wir dann jedoch den Tag um uns über unsere unglaublich vielen Erfahrungen und Erlebnisse, die wie wir auf unseren Einsatzstellen gemacht hatten auszutauschen und kamen aus dem Reden garnicht mehr heraus, während wir uns wahlweise in einem Cafe, oder anderweitigem Schatten, der glühenden Hitze der Trockenzeit entzogen.
Um vier Uhr nachmittags jedoch erhielten wir Nachricht, von Father Deo, der uns half das Ganze zu organisieren, dass er nun die Formulare bekommen hatte, mit deren Hilfe wir das Geld an der Bank einzahlen konnten um danach unsere Arbeitserlaubnis im Immigration office abholen zu können. Wir hetztn also kreuz und quer durch kampala, da wir wussten dass das Office um punk fünf schließen würde.
Grade noch rechzeitig erreichten wir die füllige Beamtin, nur um zu erfahren, dass nun unsere Pässe für die nächsten sieben Tage dort behalten werden würden und wir ohne Workpermit wieder abziehen konnten. Nach all der Rennerei also wieder: No hurry in africa.
Doch damit sind die Tage mit vollen Terminkalendern noch lange nicht vorbei.
Heute stehen unter anderem eine Hochzeit, und ein erneutes Treffen mit den anderen Freiwilligen auf dem Programm, während nächste woche ein großes Fußballspiel gegen die Betriebsmannschaft des anderen Reach Out aus Luweero, sowie neue Treffen mit Verena Elisabeth und Larissa um unsere Pässe und damit unsere Work permits nun endlich abzuholen.
Dann jedoch kommen auch schon bald Manuela und Regina um unser Zwischenseminar in Jinja vorzubereiten und machen natürlich auch hier in Kampala Station.
So stehen wir zwar vielleicht anstrengende, aber auf keinen fall langweilige und sehr wahrscheinlich schöne Tage und Wochen bevor.
Aber ist es nicht das, was so ein Auslandsjahr mit ausmacht??
euer und ihr
Carsten

Freitag, 20. Januar 2012

2012?!

Das neue Jahr ist, auch wenn es viele nocht nicht wirklich akzeptieren wollen, wirklich und wahrhaftig angebrochen und hat ein Jahr abgelößt, dass im Abistress des beschaulichen Husums begonnen, und im Verkehrschaos Kampalas seinen Abschluss gefunden hat.

Und auch wenn von diesem neuen jahr, lediglich der Anfang feststeht, so sind die aussichten doch keineswegs trübe.
Denn auch für 2012 sind wieder unzählige wichtige, spannende und auch fordernde Dinge geplant die mich sicherlich beschäftigt halten werde: Meine Familie wird mich hier in Uganda besuchen, die zweite Hälfte meines FSJs gilt es zu meistern, eine Universität und noch schlimmer ein Fach zum Studieren muss gefunden werden, eine dazu passende Unterkunft...
Genug sorgen dürfte man meinen, doch ersteinmal ist nach den aufregenden Touren nach Ruanda und Nord-Uganda erstmal wieder Ruhe in Mbuya eingekehrt.

Die Arbeit hat mich im Griff, zumal ich dank größer werdender Erfahrung nun auch öfters alleine losgeschickt werde um bis zu 60 Leute direkt in den Vierteln zu Testen.
Wenn die Tage einmal nicht so stressig sind, dann nutze ich die Zeit zum entspannen.
Da wird mit Freunden gekocht, DVDs gekukt, oder gelesen (man glaubt es nicht, wie viele Klassiker im Ibook store umsonst sind), oder es geht hinaus in der für die Größe dieser Stadt doch recht beschaulich-familiäre Nachtleben.

Doch schon für den nächsten Monat steht wieder programm auf dem Plan: So, wie sich auch unser Jahr in Uganda seiner Halbzeit nähert, steht auch Anfang nächsten Monats unser Zwischenseminar an, das in Jinja (wer erinnert sich?) stattfindet, jedoch mit dem geplanten Nilrafting, nur teilweise entschädigt, dass sich vorangegangene Freiwilligengenerationen noch an Tansanias Stränden den Vortägen und Fragen der Teamleiter aus Deutschland stellen durften.

Doch bis es so weit ist, wird dieser erste Monat 2012 ersteinmal zuende gebracht.
Und trotzdem lässt es sich erahnen, dieses Jahr macht so weiter wie mich das alte verlassen hat, verrückt, schnell, und einfach wahnsinnig gut !

liebe späte Neujahresgrüße,
euer und ihr
Carsten

Mittwoch, 4. Januar 2012

The Village- Das Dorf

Ein Dorf,
fernab jeglicher Zivilisation in dem die Menschen wie im 17. Jahrhundert leben
umgeben von Wildnis in der ein unbekanntes Grauen herrscht.
Wer kennt
nicht, den Horrorklassiker The Village, der im Deutschen mit das Dorf
Untertitelt wird und der ebenso vielversprechend anfängt wie er am Ende
enttäuscht.
Und wer
hätte gedacht dass dieses Dorf Wirklichkeit ist. Hier in Uganda! Einsam,
abgelegen mit einem Leben wie vor hunderten von Jahren.
Aber ich
sollte von vorn beginnen:
Kurz nach
meiner Rückkehr aus Kigali (Ruanda) ging es für mich erneut auf große Fahrt,
denn Otto der Leiter des Comboni-Haus, in dem ich ja bekanntlich wohne, hatte
mich für die Zeit von Weihnachten bis Neujahr in sein Heimatdorf im Norden
Ugandas eingeladen.
So bestieg
ich also, mal wieder, einen dieser famosen Ugandischen Reisebusse, die sich vor
allem durch ihre fünf Sitze pro Sitzreihe und eine Beinfreiheit auszeichnen,
gegen die Ryanair wie der reiste Luxus erscheint, um eine circa vierzehn (!) Stündige
Fahrt in Richtung Agago District anzutreten.
Doch dabei
soll auch nicht vergessen werden dass diese Gefährte reiferen Alters, die meist
dem Hause Isuzu oder Tata entstammen, auch ihre Vorzüge haben, wie ich in den
letzten Wochen erfahren durfte: Zum einen lassen sich nämlich die Fester
öffnen, was nicht nur die fehlende Klimaanlage ausgleicht, sondern einen
ebenfalls in die glückliche Lage versetzt, in Kurzen Stopps am Wegesrand kühle
Getränke, gebratene Bananen, Fleischspieße, Heuschrecken, Erdnüsse und so viel
mehr von Händlern zu erwerben, die sich auf den Verkauf an Busreisende
Spezialisiert haben und deren Leckereien auch über manch anderen Nachteil der
Reise hinwegtrösten. Zum anderen scheint es nämlich als sei der Bus das mit
Abstand schnellste Vehikel auf Ugandas Straßen und während in Deutschland Busse
eher als Verkehrshindernis Taugen setzen Ugandische Busfahrer mit Vorliebe zu
Waghalsigen Überholmanövern gegen PKW oder Motorräder an, wobei die
Straßenverhältnisse nicht von entscheidender Bedeutung sind.
Dennoch
bleibt ein Bus immer ein Bus und auch vierzehn stündige Busreisen, werden immer
eine Tortur bleiben.
Dennoch
erreichten wir schließlich ein kleines Dörfchen bestehend aus wenigen kleinen
Hütten. Jedoch nicht in der Nähe der nordugandischen Großstadt Gulu, wie ich
erwartet hatte, sondern weit abgelegen fernab jeglicher Zivilisation in den
Tiefen eines kleinen Distrikts mit dem wohlklingenden Namen Agago.
Die Realität
dort stellte sich jedoch bald als weit weniger wohlklingend heraus.
Denn obwohl
das Dorf sich als Hort der unterschiedlichsten Ugandischen Spezialitäten
herausstellte , bei denen die Nennung des Namens zu eher wenig Aufklärung
führen würde, hatte es einige größere Nachteile, die man auch gut und gerne als
das Grauen des Dorfes beschreiben kann.
So bestand
ein gravierender Nachteil des Dorflebens in den Traditionen Afrikas. Während
die Frauen während der Weihnachtszeit den ganzen Tag über damit beschäftigt
waren Essen zu zubereiten und zu servieren. Da zur gleichen Zeit die Feldarbeit,
die Aufgabe der Männer entfiel verlegte sich ein Großteil der männlichen
Dorfgemeinschaft auf den Konsum örtlicher alkoholhaltiger Getränke (local
brews) und war, als sie zu mir kamen, denn natürlich mussten alle des gefühlt
ersten Weißen seit Livingston begrüßen, in einem Zustand der eine gepflegte
Kommunikation leicht erschwerte.
So kam es unter anderem zu der Situation, dass
ein Entfernter Verwandter Ottos, mir seinen ebenfalls angeheiterten Onkel
vorstellte. Jedoch schien er den Eindruck zu haben ich hätte ihn nicht richtig
verstanden, denn kurz darauf stellte er mir seinen Onkel erneut vor. Und
schließlich gut fünf Minuten später erneut.
Dies sollte
sich nun gut zwanzigmal wiederholen, bevor ich mich schließlich anderen
Gesprächspartnern zuwandte.
Doch man
muss den Männern des Dorfes verzeihen, denn außer sich zu betrinken gab es in
Geregere nicht wirklich etwas zu tun. Ganze Tage verbrachte ich mit Essen und
herumsitzen, während sich die Menschen um mich herum in Luo unterhielten und
selbst das Handynetzwerk, was für Uganda ungewöhnlich ist, vor dieser
Abgelegenheit kapituliert hatte und ein dickes rotes X anzeigte.

So hielt ich es ganze vier Tage aus, bevor ich mich entschloss die Flucht zu ergreifen und
eine Woche früher als geplant wieder in die verhältnismäßige Zivilisation
zurückzukehren.
Da nahm ich
auch die zwölf Stunden Busfahrt gerne in Kauf, die mich schließlich zurück nach
Kampala Brachten.

Fazit:
Ugandische Dörfer sind wunderschön, mit einem beeindruckenden Sternenhimmel und
toller Savannenumgebung. Als Wohn- und Aufenthaltsort taugen sie jedoch nur,
wenn man entweder Farmer ist, oder eben diesem Dorf entstammt und einen
praktisch jeder dort mit Onkel begrüßt.
Ansonsten
werden sie schnell zum Hort der Trunksucht und oder Lageweile.

Euer und ihr
Carsten

Dienstag, 13. Dezember 2011

Heia Safari

Sry dieser post sollte eigentlich schon vor einer Woche gepostet sein, aber Blogspot scheint seinen eigenen eigenen Willen zu haben.... immerhin kommt er jetzt.
Um euch gleich einmal zu enttäuschen,
nein, ich gehe nicht auf Wildtierschau, dafür aber auf Reisen, denn das Wort Safari, das übrigens aus dem Arabischen kommte heist im Swaheli, der Sprache Kenias und Tansanias nichts anderes als eben eine Reise zu Untnernehmen.
Doch jene Ziele die ich den nächsten Tagen anzusteuern beanbsichtige, stehen wahrhaft keiner Safari auch nur im geringsten nach.
Denn die Beiden Ziele die mein Reiseplan bis Silvester beinhaltet, klingen nicht weniger klangvoll als Löwe oder Elefant.
Denn schon das erste Ziel meiner Tour, Kigali, klingt verheißungsvoll. Und tatsächlich versteckt sich, wie dem Geographieversierten leser natürlich bekannt ist, hinter diesem schönen Namen die Hauptstadt Ruandas.
Ruanda, warte mal da war doch was... Völkermort und so?!
Das war auch meine erste und einzige assoziation mit dem kleinen Land das sich irgendwo am Westufer des Viktoriasees versteckt. Doch zum Glück wurde ich bereits umfangreich aufgeklärt:
Denn seit 1994 hat sich so einiges getan in Ruanda. Die Wirtschaft ist am wachsen, der Tourismus blüht (ein wenig) auf und so sehen viele Ugander Ruanda schon als Vorbild für ihr Land an. Während nicht zuletzt immer wieder betont wird, wie sauber Kigali, im Vergleich zu Kampala sei.
Und so bin ich schon sehr auf die vier Tage dort gespannt, die ich mit Abel, und einem unserer Gemeidechöre ab Freitag dort verbringen darf, worauf anschließend natürlich auch eine ausführlicher Bericht hier erscheinen wird,
jedoch nicht so schnell.
Denn kaum habe ich meine Ruandareise beendet geht das Touren auch schon in die nächste Runde, denn Otto, der Leiter des Comboni-Hauses, in dem ich hier wohne, hat mich für Weihnachten in seine Heimat, sprich den Norden Ugandas eingeladen. Dort naher der Stadt Gulu, der zweitgrößten Stadt Ugandas werde ich schließlich die Weihnachtsfeiertage, mit, wie mir gesagt, wurde einem einzigen, riesigen Gelage verbringen, bevor ich dann schließlich zu Silvester wieder hier in Kampala ankommen werde.
Ihr seht, mir stehen anstrengende, aber wahrscheinlich wunderschöne und auch aufregende Wochen bevor, auf die ich mich natürlich unglaublich freue.
Dass davon schließlich auch hier berichtet wird, versteht sich natürlich von selbst.
Ihr könnt euch also schon einmal auf die ein oder andere Story aus den Tiefen der Afrikanischen provinz freuen, dies es dann spätestens im neuen Jahr zu lesen gibt.
so wünsche ich euch und natürlich auch ihnen, ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch, während ich ganz still und heimlich den Harpe Kerkeling mache...
Ich bin dann mal Weg
euer und ihr
Carsten

Der Wettkrampf

Endlich war es soweit,
nach monaten an Training in der mir inzwischen ziemlich lieb gewordenen Taekwondoschule von Master Lee, nach Schweiß, Anstrenungen, und nicht allzugroßem Leid,
stand letzten Freitag endlich mein erstes Taekwondoturnier in Uganda auf dem Plan.
Dieses Unterschied auf den ersten Blick auch garnicht so viel von einem Turnier in Deutschland: Natürlich hatte ich vorher gründlich abgespeckt, ich wollte ja dieses Mal in der Bantamklasse kämpfen, mich aber gleichzeitig mit Allen möglichen Süßigkeiten und Früchten eingedeckt: Für die Zeit zwischen Waage und Kampf.
Diese verpflegung sorgte dann auch bereits am Morgen für einen ersten eklat. Der Wächter am Eingang zum Gelände des Freizeitparks, auf dem auch der Wettkampf stattfinden sollte, weigerte sich standhaft uns mitsamt unerer Fressalien einzulassen, da selbst mitgebrachtes ja schließlich auf dem Gelände verboten sei.
Erst als mein Trainer, Coach Badru, den armen Wachmann allein durch seine aufgebrachte Stimme, (die der mancher Türkischstämmigen Taekwondotrainer nach einem nicht gegebenen Punk für ihnen Mann ähnelte) auf Schuljungengröße zusammenstaucht hatte, lenkte dieser schließlich ein und ließ unsere Lebensmittelkarawane passieren.
Drinnen ging es dann auch bald auf die Waage, womit auchd as fasten der letzten Tage ein Ende hatte.
Auf meinen Kampf musste ich trotzdem dann doch sehr lange warten. Waren wir bereits um acht Uhr morgens in der Halle, so starteten die Seniorenkämpfe erst gegen abend. Dies war jedoch verschmerzbar, dar die Kinder und Jugendlichen teilweise tolle Kämpfe boten und der Tag auch aufgrund meiner netten Teamkollegen sehr kurzweilig war.
Gegen sechs uhr abend starteten dann endlich auch die erwachsenen.
Ich hatte natürlich ( wie viel zu oft) ein Freilos und sollte erst im Viertelfinale kämpfen.
Doch ich schien glück zu haben, den mein Gegner, aus dem norugandischen Lira setzte sich nur knapp und mit viel Glück in einem schlechten Kampf gegen meinen Teamkollegen Sam durch.
Dementsprechend zuversichtlich in ich also in mein Duell.
Doch diese zuversicht sollte sich schnell zerschlagen. Bereits vor dem kampf hatte ich mich schlapp gefühlt, es jedoch auf das tagelange Fasten geschoben und mir nichts dabei gedacht, doch bereits in der ersten Runde merkte ich das etwas ich stimmte. Während mein gegner oft schnell und agressiv nach vorn kam und mich immer wieder in bedrängnis brachte, war ich langsam und tränge, teilweise sogar nichtmal in der Lage meine beine ordentlich zu heben.
Trotzdem endete die erste Runde mit einem 2:2 denn die plumpen angriffe meines Gegners, die noch dazu fast ausschließlich zum Kopf gingen, waren nicht sehr effektiv.
Die zweite Runde brachte dann die Wende. Im fallen brachte mein gegner einen Kick zum Kopf durch, während ich nur seinen Rumpf erwischte, 1:3 bzw 3:5
Diesem Rückstand rannte ich nun in der dritten Runde hinterher, ohne die kraft dafür zu haben und so endete der kampf schließlich mit 4:6, nicht unverdient für meinen Gegner.
Nach dem kampf ärgerte ich mich natürlich maßlos. Durch eigene unaufmerksamkeit gegen einen Schwachen gegner verloren... das darf ja eigentlich nicht sein.
Eine Antwort auf die Frage nach meiner schlechten Leistung sollte sich jedoch bereits auf dem nachhauseweg offenbahren, denn ich war noch nicht im Taxi nach Mbuya, als ich merkte dass ich alles andere als gesund war... natürlich hatte mich am Wettkampftag eine Grippe erwischt.
Die hat mich zwar auch heute (am Dienstag) noch im Griff, aber dank umfangreicher Fruchtversorgung von seiten einiger Freunde, die z.B. Mango, Papaja, Passionsfrucht, Bananen und Avokados umfasst geht es mir schon besser und ich kann vermerken:
Frater vestri Carsten jam reconvalescens!
euer und ihr
Carsten

Montag, 5. Dezember 2011

Man vs. Wild, oder Das Grauen von Tank Hill

Eigendlich sollte es nur ein gemütliches Jogging werden ..... beginnen so nicht alle schlechten Horrorfilme?
Nach einer wahren Begebenheit....
Heute, nur noch 6 Tage vor meinem ersten Taekwondo Turnier hier in Uganda, begab ich mich wie so oft, hinüber in den Stadtteil Kisugu, wo sich mein Taekwondo Klub befindet.
Dort angekommen musste ich jedoch feststellen das der Trainingsraum mit den Trainern belegt war die dort eine Choreographie einübten, wegen einige der Jungs und ich uns entschlossen, stattdessen joggen zu gehen.
Mit hohem Tempo ging es also durch Kampala, wobei wir jedoch kontinuierlich leute verloren.
Nach einem langen run, erreichten schließlich noch drei der gestateten sieben Jogger die Spitze des Tank hill, von dem man aus einen wunderbaren Blick über Kampala hat.
Als wir dort eine Übungen machten, sah ich zum ersten Mal, seit ich Uganda betreten hatte Affen, die auf den Felsen und in den Bäumen spielten.
Diese waren friedlich und schienen niemanden zu stören, und so störten auch wir uns nicht weiter, sondern Trainierten weiter, oder genossen den Blick über die Umgebung.
Plötzlich jedoch vernahmen wir ein Kreischen und rascheln aus einem Baum, nicht weit von uns entfernt, aus dem schließlich zwei Affen heraussprangen.
Der eine, ein dickes weibchen, kletterte, nach dem sie wie es schien, den anderen aus dem Baum verjagt hatte, schnell wieder zurück, doch der andere, männliche Affe, dachte garnicht daran das selbe zu tun und näherte sich uns langsam.
Zuerst dachte ich mir dabei garnichts, denn schließlich waren die Affen bisher friedlich um einen gärtner getobt, der auf einem Hang dabei war Rasen zu schneiden, doch plötzlich fing der Affe an, die Zähne zu fletschen und fauchend auf uns zu zu kommen.
Wir wichen zurück, doch der Affe folgt uns und ließ sich auch von lautem Rufen, oder angedeuteten Tritten nicht davon abbringen uns immer näher zu kommen.
"Nicht angreifen", ermahnte mich Junior, einer der Jungs:" dann kommen auch die anderen!"
Schnell, aber nicht zu schnell, denn dann würde er angreifen, begaben wir uns den Hügel hinunter, ohne das der Affe anstalten machte von uns abzulassen. Erst als wir ein gutes stück vom Gipfel entfernt waren ließ das Vieh endlich von uns ab.
Warum er jedoch gerade uns angegriffen hatte, obwohl auf dem Hügel diverse Menschen waren, wird wohl auf immer ein Rätsel bleiben.
Junior und Paul hatten jedoch ihr eigene Theorie:"Vielleicht mochte er einfach keine Weißen."
euer und ihr
überlebender
Carsten

Samstag, 3. Dezember 2011

World AIDS Day 2011

Wer kennt ihn nicht,
jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit stehen Leute in den Einkaufspassagen um Spenden zu Sammeln, Rufen TV Sender zu großen Aktionen auf und warnen Politiker und andere Wichtige Menschen die Gefahr durch HIV nicht zu vernachlässigen.
Doch solange die Welt groß und Afrika weit weg ist, geht das Ganze dann doch recht schnell an einem vorrüber, ohne dass man sich schlussendlich größere Gedanken darum machen kann und will.
Dieses Jahr sollte ich jedoch mal einen ganz andern Blick auf den World Aids Day erhalten.
Für das Reach Out, wo ich bekanntlich arbeite, stellt der World Aids Day nämlich ungefähr das dar, was der Rosenmontag für die Jecken und das W.O.A (Wacken open Air) für die Metall Szene ist: der Jährlich Großkampftag.
Schon um 7.30 Uhr ging es los: Ich war für die Barclay's Bank Filliale direkt in der Innenstadt Kampalas eingeteilt, wo wir Bankkunden und Passanten auf HIV testen wollten. So musste mich daher schon früh auf den Weg durch den obligatorischen Stau machen.
Kaum angekommen, ging es dann auch schon los: Zu duzenden Strömten Bankangestellte, Boda-Boda fahrer Straßenhändler, Rechtsanwälte und alle erdenklichen Arten von Menschen auf unseren Stand ein, wo neben mir noch jede Menge, die zu Testenden beratende Councellors, die Stellung hielten.
Schnell bildete sich eine Lange Schlange und das Testen, dass zunächst noch etspannt gewesen war, wurde zur Akkordarbeit. Die zeit verstrich dementsprechend wie im Flug und als es um 1 Uhr stark aufs Mittagessen zuging erreichte die Testzahl eben die einhundert.
Da jedoch immernoch scheinbar unzählige weitere Personen auf ihren Test warteten verkam, selbst das Mittagsmahl zu einem kaum spürbaren Luftholen bevor der Dauerstress erneut einsetzte.
Als die Bank schließlich gegen halb fünf ihr Pforten schloss, waren alle erleichtert, denn anders, wäre der Strom neuer Patienten wohl kaum zu stoppen gewesen.
155 Test standen am Ende für unseren Stand zu Buche, was wie ich dachte eine große Zahl war.
Später erfuhr ich dann jedoch, dass andere unserer Zahlreichen Stände bis zu 350 Menschen getestet hatten...
Trotzdem konnte ich für mich nach diesem überaus anstrengenden Tag feststellen, dass ich auch ein kleines Bisschen stolz war, so viele Menschen an einem Tag getestet zu haben.
Grüße aus dem momentan verregneten Kampala,
euer und ihr
Carsten

Samstag, 26. November 2011

Alltag

Drei Monate Uganda. Das heißt 90 Tage Kampala, und 12 Wochen Arebeit im Reach Out.
Keine zu lange Zeit könnte man meinen und doch hat sich inzwischen eine Arte der Routine eingestellt. Morgens Messe, Tagsüber arbeiten, dann zum Taekwondo und schließlich noch am Abend Luganda lernen.
Das mag zwar nun nicht nach überlebenskampf in Jungle oder Abenteuern al la Indiana Jones klingen, ist für mich aber eine überaus angenehme und mehr als aushaltbare Tagesplanung., mit der die Zeit hier wie im Flug vergeht.
Doch nicht nur das. Die geschäftigen Tage und der auch für den nächsten Monat mehr als gut gefüllte Terminkalernder sind für mich ein klares Zeichen, dass mir Kampala langsam aber sicher zu einer zweiten Heimat wird.
Doch gerade zu diesem Zeitpunkt holt mich auch die alte in gewisser weise wieder ein, denn obwohl es noch sehr lange bis zu meiner Rückkehr ist habe ich bereits angefangen, mir Gedanken über die Zukunft, besonder das Studieren zu machen und im Internet nach Studiengängen und Universitäten zu forschen. Dies hat nicht zuletz den Grund, dass auch die Post immerhin gute zwei Wochen nach Deutschland benötigt und die Chance das auch einmal etwas verloren geht sehr deutlich über 0% liegt.
Trotzdem fühlt es sich an, als sie ich gerade erst hier angekommen und zum Glück liegt noch eine lange, aufregende Zeit in Uganda vor mir.
Wochenendgrüße aus dem Regnerischen Kampala,
euer und ihr,
Carsten

Mittwoch, 23. November 2011

Besser Spät als nie. Bilder aus Jinja und Mbuya




Dass man richtig an einem Ort angekommen ist, merkt man vielleicht erst dann, wenn die Zeit, die man mit der Heimat verbringt nicht mehr wirklich eingeplant ist und irgendwie im straffen Zeitplan seinen Platz zu finden sucht.
Tritt dieser Fall dann schließlich ein, kann es einem auch schon einmal schwer fallen Blog Artikel zu schreiben oder Bilder hochzuladen, denn der Artikel soll ja schließlich ein gewissen nivau erreichen.
Doch um meine Blogabstinenz zu entschuldigen gibt es jetzt, besser spät als nie, Bilder von unserem Trip an die Quelle des Nils:
Wenn auch noch nicht Jinja doch der wunderschöne Blick voM Gipfel des Mbuya Hill, den wir gemeinsam erklommen. (mit Viktoriasee)
Unsere Klasse Bootstour auf der Quelle...
... natürlich mit prächtiger Tier und Pflanzenwelt.
Und wer immer noch zweifel hatte, das wir wirklich da waren: Hier ist der Beweis.
Und mit einen sehnsüchtigen Blick zurück auf den noch jungen Nil, verabschiede ich mich ein weiteres mal aus der Uganischen Metropole.
eurer und ihr,
Carsten

Samstag, 12. November 2011

Feldpost von der Insektenfront

Wer an Afrika denkt, dem kommen ersteinmal wie klassischen Bilder von Löwen und Giraffen in den Kopf. Antilopen fliehen vor rasenden Geparden und gemütliche Elefanten trinken aus Wasserlöchern, in denen sich Krokodile tummeln und Affen schwingen sich im Dschungel von Baum zu Baum.
Doch zwischen dem Reisekatalog und der Realität liegen wieder einmal Welten, ohne, dass man hier jedoch auf eine Kostenrückerstattung hoffen darf.
So beginnt mein alltäglicher Kampf mit den wilden Bestien der Tropen nicht etwa in den Weiten der Savanne, sondern ganz unspektakulär im trauten Heim.
Und doch sind jede Bestien, die einen dort heimsuchen keinesfalls weniger schlimm, als jede, die einem in der freien Natur so gefährlich erscheinen. Fürchterliche Jäger durchstreifen das nächtliche Haus auf der Suche nach Nahrung und einige machen nicht einmal vor Beute halt, die die eigenen Ausmaße tausendfach übersteigt:

1. Die Moskitos, Luftkampf im Schlafzimmer
Wenn man sich entschließt die gemäßigten Gefilde zu verfassen und sich todesmutig in ein afrikanisches Land wagt, gibt es viele Nöte, Probleme, und Schwierigkeiten die einen vollkommen unerwartet überraschen. Moskitos sind jedoch keines von diesen.
Schon Monate im Voraus hat sich nämlich der höchst ordentliche Deutsche mit den stärksten Waffen im Kampf gegen diese Bedrohung gewappnet: Moskitonetz und eine ordentliche Wagenladung Insektenspray, mit der er sich am Morgen vor verlassen des Hauses auch gründlich einreibt.
Blöd nur, wenn man gegen Abend noch nicht zurück ist, wenn dieses Ungeziefer der Lüfte in schier endlosen Massen über eine herfällt, während es sich den ganzen Tag über, besonders als man noch bestialisch nach jenem Spray roch, das die Moskitos (durch seinen Gestank?) vertreiben sollte, nicht einmal blicken lassen hat.
Und doch tritt erst dann ein worst case Szenario ein, wenn folgendes Passiert: Nach einem anstrengenden Tag begibt sich der erschöpfte Deutsche in sein wohlverdientes Bett. Dieses ist natürlich zum Schutz gegen die Plagen der Tropen, mit einem gekonnt angebrachten Moskitonetz versehen und somit absolut sicher. Denkste, kaum ist nämlich das Licht erloschen und der Schlaf so gut wie eingetreten macht sich ein furchtbares Sägen nahe des Ohrs bemerkbar und der deutsche stellt fest: Da das Netz den ganzen Tag über fest verschlossen war muss der Moskitos wohl da sein wo er hingehört, nämlich draußen.
Dieser analytische Fehler wird ihm dann spätestens am Morgen auffallen, wenn er im Licht der aufgehenden Sonne über dem stark geschundenen Körper einen fetten, blutgetränkten Vertreter der Gattung Anopheles gambiae erblickt…

2. Die Heuschrecke Bedrohung,… für den Hunger
Eine gänzlich andere Art von Jagt steht einem hingegen bevor, sollte man in Kampala versuchen eine Heuschrecke zwischen die Finger zu bekommen.
Denn hier wird von Moskitos oft gejagte (Mensch) selbst zum Jäger. Mit Bodaboda dem Taxi oder zu Fuß geht es gradewegs zum nächsten Markt um diesen Krabbler ausfindig zu machen. Hat man endlich ein paar Heuschrecken ausgemacht, ist es einfach sie zu schnappen. Schon wenige Schillinge reichen aus und der tapfere Jäger nennt eine ganze Tüte sein eigen. Und das fertig Fritiert!
Heuschrecken gelten nämlich, was will man auch von Afrika erwarten, als ausgesprochene Delikatesse. Immer wenn grade Saison ist, und die ist den ganzen europäischen Winter über, sind diese Lustigen Insekten gekocht oder öfter Frittiert überall in der Stadt zu bekommen.
Natürlich habe ich, mich selbst zum Versuchskaninchen befördernd, auch schon bereits Heuschrecke gekostet. Eines Tages konnte ich der Versuchung auf dem Rückweg nachhause nicht wiederstehen und erwarb eine kleine Tüte.
Und der erwartete Schrecken blieb aus. Nachdem ich die ersten Heuschrecken probiert hatte, stellte ich fest, dass die Heuschrecke an sich doch ziemlich manierlich und schmackhaft ist. Einzig die großen Augen die einen auch nach dem Ableben der Mahlzeit stetig betrachten sollte man besser ignorieren, da einem sonst schnell der Appetit vergeht. Geschmacklich jedoch erfüllt die Heuschrecke jedoch alle Anforderungen und würde sich hervorragend als Kino- oder Fernsehsnack eignen!
Und was würde Bear Grylls dazu sagen: There is a lot of protein in it!
Jedenfalls in Uganda…

3. Die Kakerlake; la cucaracha, la cucaracha…
Unter den vielen Wildtieren in ugandischen Häuser ist wohl keines so international, wie dieser nächtliche Besucher, und keines so verhasst.
Besonders wenn man sich auf einen nächtlichen Rundgang in der eigenen Behausung einlässt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass man auf eine Kakerlake trifft, und sich zu recht ekelt.
Denn Kakerlaken vereinen so ziemlich alles was sie die Natur an Gemeinheiten für Krabbelviecher ausgedacht hat: Sie ist groß (jedenfalls oft), schnell, und ist sogar flugfähig, hat einen starken Panzer, Frisst alles (wirklich), und verbreitet dabei noch alle möglichen Infektionen. All das sorgt schließlich dafür, dass ich für dieses Insekt, anders als zum Beispiel für die großen Ameisen in meinem Badezimmer, kein Mitleid hab.
Nicht mal ein bisschen. Denn nicht einmal essen kann man sie. Selbst in Uganda nicht.
Wird nun einer dieser Entdeckt, stellt sich zwangsläufig die Frage wie man dieser Spezies beikommen soll, die sogar einen Atomkrieg zu überleben vermag.
Obwohl die Feldversuche weiter andauern zeigen die vorläufigen Ergebnisse, dass kein anderes Mittel so gut für den Kampf gegen den sechsbeinigen Schrecken alias Küchenschabe, alias Blatta orientalis geeignet wie: Flipfloplatschen!
Ein gezielter Hieb reicht aus und der Eindringling liegt noch flacher als er ohnehin schon ist.
Jetzt nur noch wegwischen und die Wohnung ist wieder schabenfrei…. Vorerst.

So ist und bleibt der ewig währende Kampf zwischen Insekt und Mensch vorerst unentschieden Und solange es dabei bleibt kann ich mich glücklich schätzen denn von einer vollständigen Vertreibung der Nächtlichen Besucher ist wohl nahezu jeder Ugander so weit entfernt wie ich es im Moment von Deutschland bin.
Unbeugsame Grüße, aus dem Kampfgebiet Wohnung
Euer und ihr,
Carsten

Montag, 7. November 2011

Jinja, the source of (the) Nile

Schon viel zu lange, ich will einmal annehmen, dass euch eine Woche lang erscheint, ist es her, dass mein Blog die weite Weiten des Webs mit heißen News aus aus Uganda versorgt hat.

Höchste Zeit für mich, mich wiedereinmal zu melden, auch wenn das aufgrund akuter Zeitnot nun spät abends geschehen muss.
Dafür gibt es aber auch auch allerhand zu berichten. Nicht zuletzt, weil mich das vergangene Wochenende mit einer Fülle von Erlebnissen und Eindrücken zu bieten hatte, die mich nicht zuletzt in das schöne Jinja führten, jener Stadt, in der sich der Viktoriasee in den Nil ergießt und daher als Quelle des selbigen bezeichnet wird.
Und doch startete dieses Wochenende nicht am großen Strom Afrikas, sondern eher gewöhnlich auf meiner Arbeit, dem Reach Out Projekt in Mbuya.
Dort war für Freitag nämlich das alljährliche Staff-day-out, eine art Betriebsfeierei angesetzt, von der schon im Vorfeld heftig geschwärmt wurde:
Und so brachte uns auch schon frühmorgens, der allgemein bekannte und beliebte Bus des Gemeidekindergartens über Straßen, die man dem alten Japaner garnicht zugetraut hätte, zu einem Ort, der zwar vollmundig als beach resort bezeichnet wurde, sich aber als mittelprächtiger Countryclub entpuppte, desses einziger beach, ein Swimmingpool war, in dem das Baden jedoch verboten war. Auch der Vormittag hielt in keinster Wiese jenen Erwartungen Stand, die ich mir an diesen Tag zu haben erlaubt hatte. In einem zelt sitzend und vor der Sonne schutz suchend, trat dann für mich nämlich der Spirituelle Supergau ein.
Eine Gruppe Charismatischer Erneuerer wurde ohne Vorwahrung auf die versammelte Menge der Reach Out Mitarbeiter losgelassen, die auch ohne umschweife, und zu meinem schrecken mit Unterstützung einiger der Anwesenden mit ihren "Praise und Worship",... ich will es mal gebeten nennen. So zog und ich mich mit einigen anderen dieser Art des gebets eher abgeneigten Individuen ín sichere Entfernung zurück und beobachteten das Tanzen und Singen, das eher an das Afrika David Livingstones erinnerte, denn an ein modernes Gebet.

Glücklicherweise machte das Praise ans Worship team bald einem Prediger platz, der einen Spirituellen Impuls gab, der wirklich anregend und gleichzeitig ein wenig zum Schmunzeln war.
Kaum hatte er jedoch geendet, wurde zum Mittagessen gerufen, das unglücklicherweise auf den Beginn eines Tropischen Platzregens fiel, der die eben noch sonnenbeschienen Rasenflächen innhalb von wenigen Minuten Flutete und somit die Essende immerhin um die einhundert an der Zahl, in einen kleinen Unterstand pferchte.

Obwohl einige hartgesottenen dennoch an ein weiterfeiern mit dem nun eigendlich geplanten Partyteil des Tages glaubten, ließ der Regen dann doch die meistens zu der Überzeugung kommen das es sich in einem Sumpf nur schwer feiern lässt, und so verließ ein großteil der Leute, unter anderem auch ich, das Resort.
Wenig später , als ich durch den regen laufend mein zuhause erreichte, erlebte ich ein mir inzwischen unbekanntes Gefühl: Kälte. Und so zog ich zum allerersten Mal in Uganda einen Pullover an ...

Der Tag war damit zum Glück im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht gegessen, denn als ich das Comboni Haus erreichte, erwatete mich eine weiter Festlichkeit.
Monica, eine der youth, die das haus jeden Tag zu bevölkern flegen, feierte ihren Uniabschluss, was mit einem reichhaltigen Mahl und bis zum späten abend gefeiert wurde.
So kam nach einem Tag mit zwei Feten, nur eine Sache mal wieder zu kurz, der Schlaf.

Denn auch der Samstag sollte geschäftig werden, da sich Valerie und Verena aus Kasana -Luweero angekündigt hatten um das Wochenende bei mir zu verbringen.
Nachdem ich die beiden in der Stadt, die öffnungszeiten des Postoffice nebenbei um 5 minuten verpassend, abgeholt hatte, stand für den Nachmittag das Erklimmen des Mbuya Hills, an dessen Hang ich ja wohne, auf dem Programm. Vorbei an der Apostolischen Nuntiatur und mit einem Zwischenstopp um das Reach Out einmal gezeigt zu haben, ging es dann auf geschätzte 1500 meter, die einen grandiosen Blick über die Außenbezirke Kampalas und den Viktoriasee boten, uns jedoch auch eine Menge Schweiß abverlangten.
Nachdem der Gipfelsturm dann später am Abend noch standesgemäß in einer Bar gefeiert wurde, ging es auch schon ins Bett, da für Sonntag unser Hauptpogramm geplant war: die Tagestour ins nilquellenbeherbergende Jinja.

Früh am nächsten Morgen ging es am Sonntag also schon aus den federn und wir bestiegen ein Taxi, dass uns bei guter Verkehrslage, was am Sonntag als einzigem Tag der Woche nicht aussichtslos war, in gut zwei Stunden nach Jinja bringen sollte.
Und schon die garnicht ungrandiose reise, dorthin, hatte allerhand zu bieten: Zuckerrohrplantagen, so weit das Auge reicht, Teesträuchern und Bananenstauden und nicht zuletzt dem den Baganda heiligen Mabira Forest, einen Urwald, der von der Hauptstraße mittig durchschnitten wurde.

Endlich am Stadtrand von Jinja angekommen, die Beine schmerzten bereits von der Enge des in zum Rand vollgestopften Taxis, bereitete sich uns ein atembraubender Anblick: das Nilebrewerygebäude, hersteller des besten Biers Ugandas und nationaler Ursprung der Erquickung. Leider hatten wir zu spät erfahren, dass es dort nach Anmeldung kostenlose Führungen gab und wir mussten dieses Schauspiel an uns vorbeiziehen lassen.
Jedoch nur um gleich vom nächsten voll und ganz gefesselt zu werden. Nein, nicht der Bell Brewery, sondern dem Nil, der noch zwischen und und Jinja lag und den wir auf einer Staße über den großen Owens Staudamm, der selbst noch toll anzusehen war, überquerten, und der trotz seiner Jugend dort bereits riesige ausmaße hat.

In Jinja Town angekommen, das trotz seinem Status als viertgrößte Stadt Ugandas, eher wie ein verschlafenes Provinznest wirkt, schlugen wir und zu allererst zu dem Ort durch, an dem der Nil den Viktoriasee verlässt. Zwar hat er seinen Status lals Quelle des (gesamt) Nils schon bereits seit vielen Jahren verloren, doch für die Ugander (Ughandis, oder auch Ugandanesen) ist und bleibt Jinja unbestritten der ursprung des längsten Flusses der Welt, der sich von dort aus 6400 Kilometer durch Dschungel und Wüste bis nach Ägypten schlängelt.
Apropos Ghandi, auch der hat hier wirklich was zu suchen, und zwar seine eigene Asche, die nahe der Quelle, viele jahre Nach seinen Ableben in den Fluss gegeben wurde und ein dazugehöriges Denkmal seiner selbst.
Kaum näherten wir uns dann endlich jenem Punkt wurde und plötzlich unerwartet der Zutritt versperrt und erst nach zahlung einer Eintrittgebühr gewährt, deren notwendigkeit einem nich nicht zu einhundert Prozent erschließen wollte, da jegliche aktivität innerhalb des Source Gardens ebenfalls Kostenpflichtig war: wir waren in eine Touristenfalle geraten.
Es gab kitschiges afrikanisches Kunsthandwerk, überteuertes Essen, kostenpflichtige Toiletten und nich zuletzt männer, die einen für einen Obulus auf den ersten Metern des Nils umherschipperten.
Letztere schafften es schließen uns zu überreden eine Fahrt auf dem Nil zu unternehemen. Eine guten Investition wie sich zeigte, denn der Skipper führte uns nicht nur an unzähligen prächtigen Vögeln vorbei, sonder auch zu einer Insel in der Flussmündung an der eine wirkliche Quelle aufsteigt, die sogar 30% des Flusswassers auf den Ersten Kilometern ausmacht.
Als die Bootsfahrt am Ghandidenkmal endete, entschlossen wir uns schließlich und auch schon wieder auf den Heimweg zu machen. Nicht jedoch ohne vorher in einem kleinen Restaurant in Jinja einzukehren, wo die Mädels Fisch, und ich Ziege zu Posche, Matoke und Süßkartoffen verspeisten.

Dann ging es zurück in richtung Kampala wo uns der ortytpische Stau doch noch erreichte, jedoch von dem Taxifahrer in verwinkelten seitengassen gekonnt umfahren wurde.
Während Valerie und Verena dann noch einen Heimweg nach Kasana vor sich hatten, war ich froh bald zuhause zu sein.
Ich war schon in Nakawa, nahe des heimischen Mbuyas, als ich einen Straßenhändler mit einem unwiderstehlichen snack sah und zugreifen musste.......
euer und ihr,
mit allen Nilwassern gewaschener
Carsten

Freitag, 28. Oktober 2011

Der zweite Streich

Nun ist es passiert. Ehe ich mich versehen habe, hat sich auch schon der zweite Monat hier in Uganda selbst beendet.
Zeit sich mal wieder zu melden und ihnen und euch Nachricht von meinem Leben zu geben, dass man irgendwo zwischen OC California und Lost im Großstadtdschungel Kampalas zu vermuten sucht.



Der zweite Monat fern der Heimat, ist, man mag es kaum glauben noch schneller vorbei gegangen, als der vorheringe. Nicht nur, dass sich Freundschaften verfestigt Ortkenntnisse erweitert und Anfangsschwierigkeiten aufgelöst haben, nein auch mein Magen gibt endlich ruhe. Dabei hatte dieser noch während des ersten Monats nichts von Uganda wissen wollen und die ihm zugeführte Kost mit Verdauungsschwierigkeiten sanktioniert.
Doch auch außerhalb meines Körpers hat sich einiges getan in den letzten dreißig Tagen.
Wie schon in vorangegangen Berichten, vielleicht oft, erwähnt, habe ich das Taekwondotraining wieder angefangen und so meinen Kalender erheblich gefüllt.



Einen weiteren wichtigen Schritt habe ich erst in dieser Woche vollzogen. Zum ersten Mal habe ich die nicht existente Sicherheit Kampalas verlassen und mich ohne die die Hauptstadt umgebene Wildnis zu fürchten nach Gayaza begeben, wohin ich von der Familie meiner geschätzen Arbeitskollegin Irene für einige Tage eingeladen wurde. Schon auf der hinfahrt lief natürlich alles glatt. Mit nur wenig verspätung erreichte ich die Innenstadt wo ich zielstrebig, nach geringfügiger Suche, das richtige Taxi bestieg, das mich direkt und gradewegs nach Gayaza brachte. Während ich im Taxi die vorbeifliegenden Ortsschilder zu entziffern suchte, wusste ich das alles nach Plan verlief: ich hatte keine Ahnung wo ich war.
Zum Glück war Gayaza gleichzeitig die Endstation meines Taxis, was ich natürlich wusste, sodass ich den Ort garnicht verpassen konnte. So wurde ich nach wenigen Minuten auch eingesammelt und zum Haus von Irenes Bruder gebracht, dass sich auf dem Gelände einer Hochschulaußenstelle für Agrarwissenschaften befindet, an der dieser Studiert. Dieses Gelände wurde dann in den Folgenden Tagen ausführlich erkundet. Und es gab eine menge zu sehen. Neben langhornigen Kühen, großen Fischteichen und allerhand mit mehr oder weniger bekannten Pflanzen, sollten vor allem die Hühner von denen wir zwei zum verzehr erwarben, für mich von Bedeutung sein. Wieder zuhause angekommen wurde ich nämlich von den anwesenden ermuntert, mich doch einmal selbst im schlachten eines der Hühnchen zu versuchen. Gefragt getan. Ein schneller schnitt mit dem großen Messer bereitete dem Hauptgericht einen schnellen Tod. Dachte ich jedenfalls. Das Huhn, beziehungsweise der Körper des selbigen dachte jedoch garnicht daran den Geist aufzugeben und fing an wie verrückt durch die Gegend zu flattern und zu rennen. Der Spuk dauerte jedoch nur kurz bis wir es wieder eingefangen hatten und es sich nach kurzer Gegenwehr in sein Schicksal ergeben hatte. Und das war ein ziemlich leckeres.

Ansonsten waren meine drei Tage in Gayaza geprägt von der Erkundung des schönen Geländes, Gutem Essen und Fröhlichen DVD-Abendenden, sodass sie wie im Flug vergingen. Und doch war es wirklich schön, Kampala auch einmal den Rücken kehren zu können. Schlussendlich bleibt jedenfalls auch die Erkenntnis, dass Uganda nicht weit von hier entfernt ein ganz anderes Land sein kann. Und so freue ich mich auch schon auf den Trip zur "Quelle des Nils" nahe der schönen Stadt Jinja, der für übernächste Wochegeplant ist.

So wird es mir wohl auch in Zukunft nicht langweilig werden, was mich befürchten lässt, dass auch die nächsten Wochen und Monate nur an mir vorbeirauschen werden, wobei das wahrscheinlich einer Langweiligen Zeit vorzuziehen ist.
So ist es auch kaum verwunderlich, dass es viele der Erzählenswerten Erlebnisse die die Tage hier für mich bereithalten nicht in einen Blogartikel schaffen, obwohl sie es wohl mehr als verdient hätten. Da ist zum Beispiel der Friseur, der kaum mit der Schere umzugehen weiß, jedoch den Rasierer wie ein chirurgischen Präzessionswerkzeug schwingt, oder aber der Besuch Larissas aus Kumi, der nach nach Irrwegen durch Matsch und Verkehr in einer Chips und Taschentücherorgie endete.

Doch irgendwo muss dann auch Schluss sein, und nicht zuletzt die Privatsspähre in Zeiten von FB (für Laien Facebook) und Stasi.. verzeihung Studi VZ vor einem Abfließen in richtung der Weiten des Netz geschützt werden.

Daher soll es das auch wieder einmal von mir gewesen sein und es verabschiedet sich mit frisch geschorenen Grüßen,
euer und ihr
Carsten